Welche Faktoren verursachen Stress am Arbeitsplatz und wie können Arbeitgebende vorbeugen?
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Stress am Arbeitsplatz nimmt in vielen Unternehmen kontinuierlich zu. Laut DGUV Barometer Arbeitswelt 2025 der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) berichten 51 Prozent der befragten Beschäftigten von höherem Zeitdruck, 43 Prozent von einem gereizten Betriebsklima – und zwar branchenübergreifend. Die Zahlen zeigen, dass das Thema psychische Belastung in vielen Unternehmen sowie die proaktive Prävention noch nicht ernst genug genommen wird.
Definition: Was ist psychische Belastung?
Nach DIN EN ISO 10075‑1 umfasst „psychische Belastung“ alle äußeren Einflüsse, die auf Wahrnehmung, Denken, Fühlen und Verhalten wirken (Quelle: DGUV).
Die Zunahme von Stress am Arbeitsplatz kann sich negativ auf die Gesundheit auswirken. Stress kann unter anderem Schlafstörungen, Herz-Kreislauf-Probleme oder psychische Erkrankungen wie Depressionen zur Folge haben. Und auch die Sicherheit am Arbeitsplatz leidet laut DGUV darunter: Die Hälfte der Befragten für das DGUV Barometer Arbeitswelt 2025 sieht in hoher Arbeitsbelastung und Zeitdruck einen Grund für ein erhöhtes Unfallrisiko am Arbeitsplatz.
Stress am Arbeitsplatz kann durch verschiedene psychische Belastungen entstehen. Um diese Belastungen systematisch zu erfassen und ihnen gezielt entgegenzuwirken, ist die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung ein wichtiges Werkzeug. Dabei werden einzelne Faktoren wie etwa Arbeitsmenge, Aufgabenwechsel oder Führungsstil genau unter die Lupe genommen.
Die Beurteilung psychischer Belastungen – und damit die proaktive Prävention – gehört zu den gesetzlichen Arbeitgeberpflichten. Im Fokus der Beurteilung psychischer Belastungen steht nicht das individuelle Befinden der Beschäftigten, sondern die Analyse und Gestaltung der Arbeitsbedingungen hinsichtlich möglicher psychischer Belastungsfaktoren. Damit ermöglicht die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung, psychische Belastungen wie Stress frühzeitig zu erkennen und die Arbeit so zu gestalten, dass sie gesund, effizient und menschengerecht ist.
In jeder Gefährdungsbeurteilung müssen laut der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA) fünf Schlüsselfaktoren berücksichtigt werden. Werden diese Faktoren über längere Zeit ungünstig ausgeprägt, steigt das Risiko für Stress deutlich.
1. Arbeitsintensität.
2. Arbeitszeit.
3. Handlungsspielraum.
4. Soziale Beziehungen, insbesondere zu Vorgesetzten.
5. Arbeitsumgebungsbedingungen, beispielsweise Lärmbelastung.
Um psychische Belastung und Stress bei der Arbeit vorzubeugen und die Motivation bei den Mitarbeitenden zu stärken, sind gesunde Arbeitsbedingungen essenziell. Diese Checkliste hilft bei der Umsetzung:
In vielen Unternehmen mangelt es außerdem an offener Kommunikation zum Thema psychische Gesundheit. Arbeitgebende sollten eine Kultur fördern, in der psychische Belastungen wie Stress enttabuisiert und offen angesprochen werden können. Gezielte Seminare und Informationsangebote für Beschäftigte und Führungskräfte sind dabei wichtige Bausteine. Auch Initiativen wie das Projekt psyGA vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales zeigen, wie die psychische Gesundheit systematisch durch betriebliche Programme gestärkt werden kann.