Wie erkenne ich psychische Belastung bei Kolleg:innen und wie kann ich unterstützen?
Veröffentlicht am
Veröffentlicht am
In einer gesunden Arbeitskultur tragen Führungskräfte und Mitarbeitenden Verantwortung dafür, die psychische Gesundheit im Team zu fördern. Eine offene, achtsame Haltung und frühzeitige Unterstützung können Präventionsmaßnahmen wirksam machen und langfristig das Wohlbefinden sowie die Leistungsfähigkeit aller sichern.
Definition: Was ist psychische Belastung?
Laut DIN EN ISO 10075‑1 beschreibt der Begriff „psychische Belastung“ sämtliche äußeren Faktoren, die auf Wahrnehmung, Emotionen, Denken und Verhalten einwirken.
Die Unternehmen sind gesetzlich dazu verpflichtet, psychische Belastungen am Arbeitsplatz zu beurteilen und die psychische Gesundheit ihrer Beschäftigten zu fördern. Bei der Beurteilung geht es nicht um das persönliche Empfinden einzelner Beschäftigter, sondern um die systematische Untersuchung und Anpassung der Arbeitsbedingungen in Bezug auf mögliche psychische Belastungsquellen.
Um psychische Belastungen frühzeitig zu bemerken, können die folgenden Tipps helfen:
Unternehmen brauchen vor allem eine Unternehmenskultur, in der psychische Belastungen kein Tabuthema sind und offen thematisiert werden dürfen. An einer solchen offenen Kommunikation über mentale Gesundheit fehlt es noch in vielen Unternehmen. Dann braucht es geeignete Strukturen, Schulungen für Mitarbeitende und Führungskräfte und passende Maßnahmen und Tools. Programme wie das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales initiierte Projekt psyGA zeigen beispielhaft, wie Unternehmen die mentale Gesundheit ihrer Beschäftigten durch betriebliche Maßnahmen gezielt fördern können – etwa durch eLearning-Tools, Seminarkonzepte oder Leitfäden.
Gut zu wissen: Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz zu fördern, bringt Vorteile für beide Seiten. Verfügen die Beschäftigten dadurch beispielsweise über eine bessere Widerstandsfähigkeit, profitieren auch die Unternehmen, etwa durch reduzierte Krankheitsausfälle und eine gesteigerte Produktivität.
Eine entscheidende Schlüsselkompetenz für nachhaltige Gesundheit und Motivation im Berufsalltag ist Resilienz, so der Arbeitspsychologe Ulf Krummreich von der VBG. Wer resilient ist, kann Belastungen besser bewältigen und bleibt sowohl körperlich als auch seelisch stabil – ein wichtiger Schutzfaktor gegen Burnout. Unternehmen können die Widerstandskraft ihrer Beschäftigten gezielt fördern, zum Beispiel durch Weiterbildungen, eine ausgewogene Arbeitsintensität und flexible Arbeitszeiten sowie durch Maßnahmen, die den Teamzusammenhalt stärken.
Das Arbeitsprogramm Psyche der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA) zeigt Schlüsselfaktoren für die Gestaltung der Arbeit auf. Viele davon sind auch in der Norm DIN EN ISO 10075-2 detailliert beschrieben. Wichtig ist:
Auch wenn im Homeoffice gearbeitet wird, tragen die Unternehmen die Verantwortung für die Sicherheit und Gesundheit ihrer Beschäftigten – die Vorgaben des Arbeits- und Gesundheitsschutzes gelten auch dann. Arbeitgebende müssen also dafür sorgen, dass die Arbeitsbedingungen ihrer Mitarbeitenden auch zu Hause gesundheitsförderlich sind, inklusive der Vorbeugung gegen psychische Belastungen.