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Eine Frau sitzt im Schneidersitz auf einem Holzboden in einem hellen Wohnzimmer. Sie trägt ein weißes T-Shirt und graue Jogginghosen und macht eine Dehnübung, indem sie ihre Arme über den Kopf streckt und die Hände zusammenführt. Vor ihr liegt ein geöffneter Laptop, was darauf hindeutet, dass sie einem Online-Workout oder Yoga-Kurs folgt. Im Hintergrund sind ein beigefarbener Sessel, ein Holzschrank und ein großes Fenster zu sehen, durch das helles Licht einfällt.
Foto: VBG/Adobe Stock/japolia

Tschüss Stress, hallo Achtsamkeit!

Wird Ihnen auch manchmal alles zu viel? Certo hat die Psychologin Benthe Untiedt gefragt, was dann hilft – und gibt sechs ganz konkrete Tipps.

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Klima, Krisen, Krieg & KI: Unsere (Arbeits-)Welt verändert sich rasant – und es ist nicht immer einfach, Schritt zu halten. Das kann ganz schön anstrengend sein! Laut Gallup-Bericht „State of the Global Workplace 2024" klagt in Deutschland jede vierte Person darüber, gestresst zu sein. Damit liegen wir im europäischen Vergleich im vorderen Drittel. Außerdem gab nur rund ein Viertel der Befragten (28 Prozent) an, dass es ihnen leicht falle, in der Freizeit von der Arbeit abzuschalten.

Wie lässt sich ein unruhiger Geist zur Ruhe bringen?

In herausfordernden Zeiten kann Achtsamkeit einen echten Unterschied machen. „Denn sie stärkt unsere Resilienz – also unsere Fähigkeit, uns von Rückschlägen zu erholen und uns an Herausforderungen anzupassen“, erklärt Benthe Untiedt von Shitshow, einer Agentur für psychische Gesundheit, die unter anderem Unternehmen dabei unterstützt, psychische Gesundheit auf der Arbeit zu fördern. „Regelmäßige Achtsamkeitsübungen helfen uns dabei, uns mit unseren Bedürfnissen auseinanderzusetzen, ins Hier und Jetzt zu kommen, uns zu spüren – und Gefühle wie Angst oder Hilflosigkeit ziehen zu lassen“, so die Psychologin.

Mentale Gesundheit und Arbeit stehen in Zusammenhang

Schließlich geben wir unsere Psyche nicht an der Bürotür ab. Wer zum Beispiel vor Sorge schlecht schläft, wird sich am nächsten Tag nicht konzentrieren können. Und auch andersherum besteht ein Zusammenhang: „Unsere Arbeit wirkt sich darauf aus, wie es uns geht. Der Arbeitsplatz kann ein Schutzraum sein, in dem wir Selbstwirksamkeit spüren und uns von Sorgen ablenken können. Gibt es aber auch dort viel Stress und Druck, belastet das natürlich zusätzlich.“ Damit die Arbeit einen positiven Einfluss auf unser Wohlbefinden hat, ist es für Unternehmen wichtig, eine Kultur zu schaffen, in der über mentale Gesundheit gesprochen und diese ernst genommen wird. „Das geht zum Beispiel über Gesundheitstage, die auch die Psyche einschließen, über Vorträge oder, noch besser, über Team- und Führungskräfteworkshops. Viele Unternehmen bieten außerdem niedrigschwellige Hilfsangebote an, wie zum Beispiel die Möglichkeit einer externen psychologischen Beratung per Telefon.“

Es gibt viele Möglichkeiten, die eigene Resilienz zu stärken

Auch wir selbst können etwas dafür tun, besser mit Herausforderungen umzugehen. Fünf Ideen zum Ausprobieren finden Sie hier. „Allerdings funktionieren diese vor allem präventiv“, merkt die Psychologin an. „Wer Symptome einer Depression oder Angsterkrankung hat, sollte sich nicht mehr auf eine App oder Ähnliches verlassen – sondern mit einem Arzt oder einer Ärztin sprechen. Und das lieber früher als später.“

Porträtaufnahme einer lächelnden Frau mit hochgestecktem Haar und Pony. Sie trägt eine Brille mit dunklem Rahmen und ein hellblaues Langarmshirt mit einem weiten, U-förmigen Ausschnitt. Der Hintergrund ist unscharf und hat eine neutrale, beigefarbene oder hellbraune Farbe.

Benthe Untiedt ist Diplom-Psychologin und systemische Beraterin. Als Mitgeschäftsführerin von und Beraterin bei der Beratungsagentur Shitshow bietet sie unter anderem Coachings für Unternehmen, Organisationen oder Beschäftigte an. (Foto: Alena Schmick)

Das sind die Empfehlungen der Certo-Redaktion, 
um die mentale Gesundheit zu stärken:

 

Foto: Gunner + Jahr Deutschland GmbH

Meditieren mit der App „Balloon”

Regelmäßige Meditation kann dabei helfen, sich zu entspannen, Stress abzubauen und die Achtsamkeit zu fördern. Für rund 12 Euro pro Monat bietet die App „Ballon“ zahlreiche geführte Meditationen für verschiedene Bedürfnisse: ob für einen achtsamen Umgang mit Gefühlen, gegen Naschattacken oder zur Unterstützung bei der beruflichen Entfaltung. Einen Einstieg in die Achtsamkeitspraxis bietet der Online-Präventionskurs „Stressreduktion durch Achtsamkeit“, dessen Kosten in der Regel von den Krankenkassen übernommen werden. Balloon finden Sie im App-Store oder auf Google Play.

Foto: VBG/bc-Verlag

Stress erkennen mit dem VBG-Selbsttest

Wer wissen möchte, wie hoch die eigene persönliche Belastung wirklich ist, kann dies mit dem VBG-„Stress-Check“ schnell herausfinden. Der digitale Selbsttest erfasst durch 21 Fragen Ihre individuellen Stressoren, typische Stressreaktionen und Ihre Strategien im Umgang damit. Direkt im Anschluss bekommen Sie eine kurze Auswertung Ihrer Angaben und gegebenenfalls auch eine Empfehlung, wie Sie besser mit Stress umgehen können. Den VBG-Selbsttest „Stress-Check“ finden Sie auf der Seite „Richtig mit Stress umgehen"

Foto: Dane Wetton

YouTube-Yoga mit Mady Morrison

Yoga stärkt nicht nur den Körper, sondern ist auch eine wahre Wohltat für die Seele. Warum nicht einfach mal zu Hause die Yogamatte ausrollen? Regelmäßige Übungen lassen sich dank Mady Morrison ganz unkompliziert in den Alltag integrieren. Die Berliner Yoga-Lehrerin bietet auf ihrem YouTube-Kanal kostenlose Yoga-Sessions an – auch für Interessierte ohne Vorkenntnisse. Perfekt, um entspannt in den Tag zu starten oder in der Mittagspause richtig abzuschalten und neue Kraft zu tanken. Die Videos von Mady Morrison gibt es bei YouTube.

Illustration: Katerina Limpitsonu

Besser schlafen mit dem VBG-Schlafometer

Guter Schlaf ist essentiell für die psychische Gesundheit. Deshalb bietet das VBG-Tool „Schlafometer“ einen Selbstcheck mit Tipps rund um das Thema erholsamer Schlaf für (Wechsel-)Schichtarbeitende. Basierend auf der Einschätzung von Schlafverhalten und Chronotyp (also ob Sie zum Beispiel eher Eule oder Lerche sind) hilft es dabei, das Schlafbedürfnis mit dem (Arbeits-)Alltag in Einklang zu bringen. Hier geht’s zum VBG-Schlafometer.

Foto: Shitshow – Agentur für psychische Gesundheit GmbH

Selbstreflexion mit dem Workbook für Krisenzeiten

Sich mit sich selbst auseinanderzusetzen ist manchmal gar nicht so einfach! Unterstützung bietet das Workbook für Krisenzeiten (ca. 15 Euro). Praktische Übungen und Reflexionen helfen dabei, Gedanken zu ordnen und Strategien zu entwickeln, um mit Herausforderungen effektiver umzugehen. Übungen wie etwa ein Selbstwirksamkeitsplaner oder eine Selbstfürsorge-Lotterie können dazu direkt im Buch bearbeitet werden. Erste Hilfe, um auch in schwierigen Zeiten resilient zu bleiben. Das Workbook für Krisenzeiten finden Sie im Online-Shop von Shitshow – Agentur für psychische Gesundheit.

Foto: 7Mind GmbH

Inspiriert werden mit dem 7Mind Podcast

Wie lässt sich Acht­sam­keit wirklich umset­zen, im Beruf, in der Fami­lie oder im ganz per­sön­li­chen Alltag? Antworten darauf liefert der Podcast 7mind. Alle zwei Wochen erscheint eine neue Folge: mal mit hand­fes­ten Tipps aus Wis­sen­schaft und Psy­cho­lo­gie, mal mit spannenden Interviews und mal mit einem Augen­zwin­kern. Ganz entspannt reinhören lässt es sich zum Beispiel während eines Spaziergangs. Den 7Mind Podcast hören Sie unter anderem auf Spotify oder Podigee.

9 Tipps für gesunden Schlaf

Schlaf lässt sich nicht erzwingen. Schlaf gelingt am besten in entspanntem Zustand. Wie schafft man es, auch in anstrengenden Zeiten ausreichend und gut zu schlafen?

Im Video zeigt Certo, was hilft:

 

Mehr zum Thema:

Die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung kann für ein Arbeitsumfeld sorgen, in dem alle gesund und möglichst stressfrei arbeiten. Hier gibt es alle Infos dazu, wie sich potenzielle psychische Gefährdungen am Arbeitsplatz ermitteln lassen.

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