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Was können Beschäftigte tun, um mit Stress umzugehen und einem Burnout vorzubeugen?

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Stress und Überforderung gehören für viele Beschäftigte zum Alltag. Laut dem Deutschen Zentrum für Psychische Gesundheit (DZPG) haben die Belastungen zugenommen. Stress ist dabei die am häufigsten genannte Belastung, gefolgt von depressiven Verstimmungen und Angstsymptomen, so die DZPG.

Warum ist Resilienz wichtig, um mit Stress umzugehen?

Die Anforderungen in modernen Arbeitswelten steigen ständig. Erhöhte Arbeitsbelastung, Zeitdruck und soziale Konflikte fordern Beschäftigte stark. Resilienz ist wichtig, weil resiliente Mitarbeitende auch in schwierigen Phasen handlungsfähig bleiben, schnelle Lösungswege finden und Stress effektiver abbauen. Das senkt das Risiko für psychische Erkrankungen wie Burnout.

Wie entstehen Stress und Erschöpfung bei Beschäftigten?

Stress und Erschöpfung entsteht, wenn die Anforderungen an die Beschäftigten ihre persönlichen Ressourcen übersteigen. Um Stress effektiv zu managen, ist es entscheidend, die individuellen Stressauslöser zu erkennen – nur so ist es möglich, Bewältigungsstrategien zu entwickeln. Laut Gemeinsamer Deutscher Arbeitsschutzstrategie (GDA) kommt es dabei auf die folgenden fünf Schlüsselfaktoren an. Sind diese über längere Zeit ungünstig ausgeprägt, steigt das Risiko für Stress deutlich.

  1. Arbeitsintensität, hohe Arbeitsdichte und unklare Prioritäten.
  2. Arbeitszeit, unzureichende Pausen und Erholungsmöglichkeiten.
  3. Handlungsspielraum, fehlende Entscheidungsbefugnisse und Einflussmöglichkeiten.
  4. Soziale Beziehungen, insbesondere zu Vorgesetzte.
  5. Arbeitsumgebungsbedingungen, etwa Lärmbelastung.

Welche Rahmenbedingungen braucht es, um Resilienz zu stärken? 

Um die Resilienz und damit die psychische Gesundheit langfristig zu stärken, braucht es laut DZPG gute gesellschaftliche Rahmenbedingungen: mehr kostenlose Sport- und Freizeitangebote, mehr öffentliche Begegnungsräume sowie gezielte Aufklärung über psychische Gesundheit und Medienkompetenz – insbesondere in Schulen und am Arbeitsplatz.

Resilienz stärken – praktische Tipps für Beschäftigte

Resilienz ist kein angeborenes Talent, sondern eine Fähigkeit, die sich entwickeln lässt. Laut der Diplom-Psychologin Bettina Löhr ist auch Stress etwas sehr Persönliches. Deswegen müssen alle Menschen ihren eigenen Weg finden, um damit umzugehen. Grundsätzlich helfen regelmäßiges Training, eine unterstützende Arbeitsumgebung und achtsames Miteinander, damit Beschäftigte innerlich stark bleiben und Stress effektiv begegnen können. Mit den folgenden konkreten praktischen Tipps können Beschäftigte ihre Resilienz stärken:

  • Stress-Signale wahrnehmen: Frühwarnzeichen sind etwa Reizbarkeit oder Erschöpfung.
  • Selbstfürsorge priorisieren: Gesunde Ernährung, Bewegung und Schlaf nicht vernachlässigen.
  • Bewältigungsstrategien üben: Entspannungstechniken, Achtsamkeit oder progressive Muskelentspannung einsetzen.
  • Klare Grenzen setzen: Arbeitszeiten beachten und Überstunden reduzieren.
  • Kommunikation stärken: Probleme offen ansprechen und Feedback einholen.
  • Flexibel bleiben: Offen für Veränderungen und alternative Lösungswege sein.

Was ist das Resilienzmodell nach Dipl.-Psychologin Ursula Nuber? 

Das bekannteste Konzept, um die innere Widerstandskraft – also die Resilienz – zu stärken und einen kraftvollen und gesunden Umgang mit Stress zu finden, hat die Diplom-Psychologin Ursula Nuber entwickelt. Das Resilienzmodell von Ursula Nuber zählt zu den bekanntesten Konzepten, um die innere Widerstandskraft in schwierigen Lebenssituationen verständlich und praktisch anwendbar zu machen. Ihr Modell basiert auf sieben zentralen Säulen, die verschiedene Aspekte beschreiben, die Menschen befähigen, Krisen zu meistern und auch in belastenden Phasen handlungsfähig zu bleiben. Die Säulen sind dabei eng miteinander verbunden und ergänzen sich gegenseitig. Sie bieten eine strukturierte Grundlage, um Resilienz gezielt zu stärken und damit psychische Gesundheit zu fördern.

Die 7 Säulen der Resilienz nach Dipl.-Psychologin Ursula Nuber: 

  • Optimistisch bleiben: Die Überzeugung, dass Krisen zeitlich begrenzt sind und gemeistert werden können.
  • Akzeptanz üben: Schwierige Situationen annehmen, um gezielt Schritte zur Bewältigung einzuleiten.
  • Lösungsfokus entwickeln: Aktiv nach Wegen suchen, die Kontrolle über die Situation zurückzugewinnen.
  • Opferrolle verlassen: Eigene Stärken erkennen und eine realistische Sichtweise einnehmen.
  • Verantwortung übernehmen: Schuldzuweisungen vermeiden und stattdessen selbstbewusst handeln.
  • Soziale Netzwerke stärken: Verbindungen pflegen und Unterstützung suchen und annehmen.
  • Positive Zukunft gestalten: Ziele setzen und flexibel auf Veränderungen reagieren. 

Wie lässt sich nachhaltig ein gesundes Arbeitsumfeld schaffen?

Durch die Förderung von Resilienz können Mitarbeitende besser mit psychischen Belastungen umgehen. Das schützt ihre physische und psychische Gesundheit nachhaltig – und damit auch vor einem Burnout. Resilienz am Arbeitsplatz ist eine wichtige Ressource, die stressmindernd wirkt und die Motivation der Beschäftigten stärkt, bestätigt auch Ulf Krummreich, Arbeitspsychologe bei der VBG. Maßnahmen wie Fortbildungen, die Anpassung von Arbeitsintensität und -zeit sowie die Stärkung des Zusammenhalts im Team tragen dazu bei, die Resilienz zu stärken und nachhaltig ein gesundes Arbeitsumfeld zu sichern, in dem Stress und Burnout keine Rolle spielen.

Definition: Was ist Resilienz?

Die Fähigkeit, trotz widriger Umstände stabil zu bleiben und sich von Rückschlägen zu erholen, wird als Resilienz bezeichnet. Resilienz ist ein entscheidender Faktor im Umgang mit Stress und Belastungen.

Definition: Was ist ein Burnout?

Ein Burnout zeigt sich als ein Zustand vollständiger Erschöpfung. Diese Erschöpfung tritt körperlich, emotional und mental auf und kann eine deutlich reduzierte Funktionsfähigkeit in allen Lebensbereichen zur Folge haben. (Quelle: Deutsche DepressionsLiga e.V.

Weiterführende Quellen und Fachinformationen:

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