Leitfaden zur psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz
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Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz ist mehr als nur ein Schlagwort – sie ist ein entscheidender Faktor für Wohlbefinden, Leistungsfähigkeit und Zufriedenheit im Beruf. Certo beantwortet die wichtigsten Fragen zum Thema und erklärt, worauf Unternehmen und Beschäftigte achten müssen, um psychische Gesundheit am Arbeitsplatz nachhaltig zu fördern.
Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz bedeutet im Wesentlichen, dass sich Beschäftigte in ihrem beruflichen Umfeld wohlfühlen – und zwar in emotionaler, psychologischer und sozialer Hinsicht. Das ermöglicht es ihnen, ihre Fähigkeiten voll zu entfalten, die Arbeitsbelastungen zu bewältigen und produktiv zu sein.
Psychische Gesundheit ist sowohl für das Wohlbefinden und die Arbeitszufriedenheit von Beschäftigten wichtig als auch für deren Produktivität – und damit für die Wirtschaftlichkeit von Unternehmen.
Psychische Erkrankungen sind laut TK-Gesundheitsreport 2025 heute bereits die zweithäufigste Ursache für Fehlzeiten und der Deutschen Rentenversicherung zufolge der häufigste Grund für Frühverrentung. Das belastet nicht nur die Betroffenen, sondern hat auch gravierende wirtschaftliche Folgen: Laut Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) kostete der Produktionsausfall aufgrund psychischer Erkrankungen deutsche Unternehmen allein im Jahr 2023 rund 20,5 Milliarden Euro.
Ein gesundes und unterstützendes Arbeitsumfeld verhindert jedoch nicht nur Fehlzeiten, sondern wirkt sich auch positiv auf die Mitarbeitendenbindung aus und reduziert Kosten für häufige Neueinstellungen und die Einarbeitung neuer Kolleginnen und Kollegen.
Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz zu erhalten und zu fördern, liegt somit sowohl im Interesse der Beschäftigten als auch in dem von Unternehmen.
Der Schutz der psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz ist in Deutschland im Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) verankert, insbesondere seit der Novellierung im Jahr 2013. Arbeit ist demnach so zu gestalten, „dass eine Gefährdung für das Leben sowie die physische und die psychische Gesundheit möglichst vermieden und die verbleibende Gefährdung möglichst gering gehalten wird“. Das Gesetz verpflichtet Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen dazu, die psychischen Belastungen der Beschäftigten systematisch zu erfassen und Maßnahmen zur Gefahrenminimierung umzusetzen. Das geschieht durch eine Gefährdungsbeurteilung. Weitere Regelungen zur psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz finden sich unter anderem im Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG) und in der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV).
Im Folgenden werden die wichtigsten Perspektiven auf das Thema skizziert. Diese „6 Säulen der psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz“ bieten Ihnen vertiefende Informationen zu verschiedenen Aspekten – von Pflichten auf Unternehmensseite über das, was Beschäftigte selbst tun können, bis hin zu professionellen Hilfsangeboten:
1. Welche Faktoren verursachen Stress am Arbeitsplatz und wie können Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber ihnen vorbeugen?
Psychische Belastung entsteht, wenn Anforderungen die Ressourcen der Beschäftigten übersteigen. Hier geht es darum, die Risikofaktoren frühzeitig zu identifizieren und Maßnahmen zu ergreifen, bevor die Gesundheit beeinträchtigt wird. Lesen Sie mehr dazu auf der Seite „Proaktive Prävention“.
2. Was ist die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung und wie wird sie durchgeführt?
Die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung ist eine gesetzliche Pflicht in Deutschland und das zentrale Instrument für den betrieblichen Gesundheitsschutz. Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber müssen systematisch die psychischen Belastungen im Unternehmen ermitteln, bewerten und Maßnahmen ableiten. Lesen Sie mehr dazu auf der Seite „Arbeitgeberpflichten“.
3. Was können Beschäftigte tun, um mit Stress umzugehen und einem Burnout vorzubeugen?
Neben den Maßnahmen des Unternehmens ist auch die persönliche Stresskompetenz entscheidend. Resilienz beschreibt die psychische Widerstandsfähigkeit – die Fähigkeit, Krisen, Rückschläge und hohe Belastung zu meistern, ohne langfristige Schäden davonzutragen. Wie Beschäftigte Stresssymptome erkennen und welche konkreten Bewältigungsstrategie es gibt, lesen Sie auf der Seite „Resilienz der Beschäftigten“.
4. Wie schützt man die psychische Gesundheit im Homeoffice und vermeidet soziale Isolation?
Die Entgrenzung von Arbeit und Privatleben, ständige Erreichbarkeit und die fehlende informelle Kommunikation bei der Arbeit außerhalb des Büros stellen neue Herausforderungen dar. Spezifische Strategien für das gesunde Homeoffice sind nötig, um psychische Belastungen und soziale Isolation zu vermeiden. Wie sich typische Stressoren im Homeoffice identifizieren lassen und welche Maßnahmen es dagegen gibt, lesen Sie auf der Seite „Moderne Arbeitswelt“.
5. Wie erkenne ich psychische Belastung bei Kolleginnen und Kollegen und wie kann ich sie unterstützen?
Psychische Gesundheit ist eine gemeinschaftliche Aufgabe. Führungskräfte und Kolleg:innen spielen eine wichtige Rolle bei der Früherkennung. Wie Sie Warnsignale erkennen, wie Sie im Team helfen können und wo die Grenzen der Hilfe liegen, lesen Sie auf der Seite „Kollektive Verantwortung“.
6. Wo finden Beschäftigte und Unternehmen professionelle Hilfe bei psychischen Problemen?
Wenn die Belastung zu groß wird, ist der Zugang zu professioneller Unterstützung essenziell. Dazu gehören innerbetriebliche Anlaufstellen, externe Mitarbeitendenberatungen, psychotherapeutische Dienste und regionale Hilfsangebote. Mehr dazu lesen Sie auf der Seite „Zugang zu Unterstützung“.