Schreibtisch, Sofa oder Laufband? Wie das perfekte Büro wirklich aussieht
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„Ergonomie bedeutet schlicht die Anpassung der Arbeitsbedingungen an den Menschen“, erklärt Andreas Stephan, Leitung des Sachgebiets Büro bei der VBG. Und da sich der menschliche Körper in den letzten Jahrhunderten kaum verändert hat, sind auch die ergonomischen Grundregeln nahezu zeitlos: Mitarbeitende benötigen im Büro und am Arbeitsplatz ausreichend Platz, um immer wieder die Position wechseln und sich bewegen zu können. Tisch, Stuhl und Bildschirm am Arbeitsplatz sollten individuell auf die Mitarbeitenden eingestellt sein.
Trotzdem hat sich in unseren Büros einiges getan: LCD- und OLED-Bildschirme haben Röhrenmonitore am Arbeitsplatz ersetzt, höhenverstellbare Schreibtische sind vom Luxusgut zur bezahlbaren Basisausstattung geworden. Und neue Bürokonzepte wie Open-Space-Offices oder Activity-Based Working, bei dem sich die Sitzplatzwahl nach der aktuellen Aufgabe richtet, haben Dynamik in den Arbeitsalltag gebracht.
„Das größte Problem im Büro ist Dauer-Sitzen“, so Stephan. Seine Lösungsansätze sind simpel: Treppe statt Aufzug wählen, immer den Parkplatz ganz hinten nehmen und jede Chance nutzen, um ein paar Schritte zu machen. „Von Gadgets wie Laufbändern im Büro würde ich allerdings abraten”, sagt er. „In Bewegung tippt es sich nicht gut. Und weil wir uns meistens nur auf eine Sache konzentrieren können, steigt dabei auch die Unfallgefahr. Losgelöst vom Arbeitsplatz, kann es im Rahmen einer bewegten Pause eine Option sein.“
Außerdem warnt der VBG-Experte davor, neue Bürokonzepte als Sparprogramme zu missbrauchen. Sicheres und gesundes Arbeiten im Büro ist nur an einem ergonomisch eingerichteten Bildschirmarbeitsplatz möglich. „Eine stylische Sofaecke ist für ein kurzes Meeting okay, aber ersetzt auf keinen Fall einen solchen Arbeitsplatz.“
Bei einer guten Büroausstattung zu knausern, kann teuer werden: Erkrankungen des Muskel-Skelettsystems stehen in Fehlzeitenstatistiken an vorderster Stelle. Auch Beschäftigte im Büro klagen häufig über Muskel-Skelettbeschwerden, vor allem über Verspannungen im Bereich der Halswirbelsäule mit Beteiligung des Schulter-Arm-Systems sowie der Lendenwirbelsäule.
Um gesundheitliche Belastungen zu vermeiden, bietet die VBG umfassende, kostenfreie Beratung zur Ergonomie am Arbeitsplatz an. Die Präventionsexpertinnen und -experten der Bezirksverwaltungen und das Office-Team unterstützen bei der Planung und der Einrichtung von ergonomisch gestalteten Bildschirmarbeitsplätzen. Der Kontakt erfolgt direkt über die Bezirksverwaltungen.
Anmerkung der Redaktion: Eine KI hat die Ideal-Vorstellungen der befragten Expertinnen und Experten in Bilder umgewandelt. Diese stellen die unterschiedlichen Bedürfnisse, Anforderungen und Wünsche der verschiedenen Perspektiven dar und nicht die Realität. In diesen KI-generierten Wunschbildern werden daher nicht alle Arbeitsschutz-Vorschriften vollständig eingehalten beziehungsweise dargestellt.
Geschmäcker sind verschieden – und Bedürfnisse auch. Deswegen gibt es auch nicht das eine, ideale Büro. Mithilfe der KI sind aus den persönlichen Vorstellungen von vier Personen aus unterschiedlichen Berufsfeldern diese Szenarien eines optimalen Arbeitsumfeldes entstanden. Sie zeigen, wie vielfältig eine gute Büroraumgestaltung sein kann.

Andreas Stephan, Leitung Sachgebiet Büro bei der VBG und Ergonomie-Experte, braucht im Büro unbedingt einen großen Schreibtisch zum Ausbreiten seiner Unterlagen – Pflanzen sind ihm hingegen nicht so wichtig. (Foto: Berthold Steinhilber)
Andreas Stephan, VBG: „Berufsbedingt dreht sich in meinem Büro alles um Ergonomie. Neben der Möglichkeit viele Online-Besprechungen zu führen, brauche ich auch Raum für konzentriertes Arbeiten. Ich verfüge über einen großen, höhenverstellbaren Schreibtisch, der viel Platz für meine Unterlagen bietet – ich breite mich gerne aus. Technisch genügt mir ein großer Bildschirm, auf dem ich zwei DIN-A4-Seiten nebeneinander abbilden kann. Optisch mag ich es beruhigend: helle Wände, dunkler Boden und ein seitliches Fenster mit Tageslichteinfall. Zimmerpflanzen sind nett, aber kein Muss.“

Foto: KI-generiert

Wenn die Rechtsanwältin und Fachanwältin für Arbeitsrecht nicht bei Gericht ist, führt Katja Lindig viele Gespräche mit ihren Mandantinnen und Mandanten – per Telefon oder bei persönlichen Treffen. (Foto: Studio fotoaktivität Dresden)
Katja Lindig, Rechtsanwältin und Fachanwältin für Arbeitsrecht bei elblaw Rechtsanwälte: „Mein Wunschbüro ist ein durch und durch organisierter Raum, der dank eines großen Fensters lichtdurchflutet ist. Alles Wichtige muss direkt greifbar sein: Ein kleines Pinboard für meine Haftnotizen steht übersichtlich direkt vor mir auf dem Schreibtisch, ergänzt durch smarte Alltagshelfer wie eine kleine Ladestation, mein Headset und einen kleinen Schredder. Grelle Deckenlampen mag ich gar nicht, stattdessen sorgt eine Hängelampe über meinem Arbeitsplatz für warmes Licht und ausreichende Helligkeit. In meinem Büro darf ein kleines Laufband nicht fehlen, um an einem langen Arbeitstag in Bewegung zu bleiben. Der Raum ist minimalistisch und strukturiert – mit einem Garderobenständer, an dem meine Anwaltsrobe hängt, und einem kleinen Tisch mit zwei, drei einladenden Stühlen, an dem ich meine Mandantinnen und Mandanten empfange.“

Foto: KI-generiert

Als Interior-Designerin beim Büromöbelhersteller Febrü weiß Amelie Huppa, wie aus schlichten Büroräumen echte Wohlfühlorte werden. (Foto: Febrü)
Amelie Huppa, Interior-Designerin beim Büromöbelhersteller Febrü: „An meinem idealen Arbeitsplatz steht eine wohnliche Wohlfühlatmosphäre an erster Stelle. Das Büro sollte einladend sein, zum Beispiel mit salbeigrünen Wänden, warmen Tönen und viel Tageslicht. Wenn ich mir was wünschen dürfte, würde ich gerne in einen Wald blicken, vielleicht mit einem kleinen Flusslauf. Ich arbeite digital an einem höhenverstellbaren Desksharing-Tisch im Sechser-Verbund. Zwischen den Tischen stehen mit Stoff bespannte Akustikwände. Ich mag die Kombination aus verschiedenen Materialien mit unterschiedlicher Haptik. Pflanzen sind mir auch sehr wichtig. Persönliches verstaue ich in meinem Rollcontainer. Ein separater Raum für kreative Meetings mit viel Platz und flexiblen Möbeln sowie eine Siebträgermaschine und Yogamatte würden mein Traumbüro perfekt machen.“

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Helmut Link ist Vorsitzender vom Industrieverband Büro und Arbeitswelt und Geschäftsführer des Büromöbelherstellers Interstuhl – er kennt sich also aus mit Arbeitsplätzen. (Foto: Interstuhl)
Helmut Link, Geschäftsführer bei Interstuhl Büromöbel: „Mein ideales Büro ist ein multifunktionaler Kommunikationsort. Ich brauche keine Statussymbole, die Größe und Wohlstand demonstrativ zur Schau stellen – wie es früher oft war. Stattdessen soll mein Wunsch-Büro durch seine Funktionalität überzeugen und mich in meiner täglichen Arbeit bestmöglich unterstützen. Es ist so ausgelegt, dass es sowohl als Einzelarbeitsplatz als auch zur Zusammenarbeit mit einigen Mitarbeitenden genutzt werden kann. Das baut Hürden ab, sodass Besprechungen und Workshops darin ganz spontan und natürlich stattfinden können, etwa durch modulare Möbel wie Rollhocker oder stapelbare Beistelltische. Moderne Medien treffen in meinem idealen Büro auf Kreativtools wie Prototyp-Materialien oder Legosteine zur Visualisierung von Prozessen. Aber genauso wichtig sind mir händisch beschreibbare Tafeln, sei es ein klassisches Whiteboard oder eine magnetische Glaswand für schnelle Skizzen. Damit die Bildschirme bei Meetings nicht stören, hätte ich in meinem idealen Büro gerne im Schreibtisch versenkbare Monitore, die nur bei Bedarf hochfahren – oder einen Beamer, der das Bild direkt auf die Wand wirft.“

Foto: KI-generiert