Zur Startseite
Zur VBG Startseite
Logo Certo
Mann auf Beinpresse
Foto: VBG/Thomas Lohnes

Der Weg zurückMit individueller Reha zurück in den Job

Andreas Fix verunfallte mit dem E-Bike auf dem Weg zur Arbeit und verletzte sich am Arm und am Fuß. Ein individueller Reha-Plan der VBG hilft ihm bei der Genesung.

Fünf Minuten noch. Andreas Fix, 42, tritt noch kräftiger in die Pedale, Schweiß­perlen stehen ihm auf der Stirn. Mit einem letzten Kraft­auf­wand ist die Strecke geschafft. Er steigt ab, wischt sich mit dem Handtuch über die Stirn. Doch Fix ist gerade kein Rennen und auch nicht zur Arbeit gefahren. Er steht ausgepowert neben dem Fahr­rad­trainer – Physio­therapie statt Fahr­rad­tour. Der VBG-Versicherte kämpft sich zurück in seinen Alltag.

Mann auf Fitnessgerät

Auf dem Weg der Besserung: Mit Kranken­gymnastik und Reha-Einheiten soll Andreas Fix seinen körperlichen Zustand von vor der Verletzung wieder­herstellen.

Foto: VBG/Thomas Lohnes

Im Sommer dieses Jahres ist Fix am 23. Juni das letzte Mal zur Arbeit gefahren. Mit dem E-Bike, das ihm der Arbeit­geber zur Verfügung gestellt hatte, war er auf dem Weg zur rund 20 Kilo­meter entfernten Arbeits­stelle, als er mit dem Fahrrad verunfallte. Wenn der 42-Jährige heute daran zurück­denkt, findet er es noch immer schwierig, das Ereignis einzuordnen: „Nichts hat darauf hin­gedeutet: Der Radweg war nicht glatt, es gab wenig Verkehr, und ich war auf die Strecke konzentriert. Auf einmal ist mir jedoch etwas ins Ohr geflogen, und vor Schreck habe ich mit einer Hand den Lenker los­gelassen.“ Fix verlor die Kontrolle über das Fahrrad und stürzte. „Ich war nicht schnell unter­wegs, aber ich muss so unglücklich gefallen sein, dass mein rechter Arm und mein Mittel­fuß­knochen auf der linken Seite brachen.“ Der erste Schreck war groß, doch Passantinnen, die Zeuginnen des Unfalls wurden, waren schnell zur Stelle und informierten den Rettungs­dienst. Fix kam auf direktem Wege ins nächst­gelegene Kranken­haus. „Die Ärzte sagten mir direkt, dass ich operiert werden muss, aber eigentlich sind solche Eingriffe Routine. Arm und Fuß würden gerichtet und heilen dann üblicher­weise innerhalb von einigen Wochen“, erzählt Fix. Doch es gab Komplikationen.

Als Anett Stumpf von der VBG am 6. Juli den Fall als Reha-Managerin übernahm, wunderte sie sich kurz: „Normaler­weise bekommt die VBG unmittelbar Bescheid, wenn eine Versicherte oder ein Versicherter verunfallen.“ Doch in diesem Fall vergingen zwei Wochen, bis der Fall der VBG gemeldet wurde. „Ich kann nur jedem Arbeit­nehmer und Arbeitgeber empfehlen, sich zu informieren, welche Berufsgenossenschaft zuständig ist“, rät Fix. Stumpf ist erleichtert, dass nicht noch mehr Zeit bis zum Erst­kontakt vergangen ist: „Die ersten Tage nach der Behandlung sind wichtig, um zu schauen, wann mit der Rehabilitation, sprich Kranken­gymnastik, Physio­therapie und Reha-Maßnahmen begonnen werden kann. Denn eigentlich gilt: je früher, desto besser!“

Gemeinsam mit dem Arzt und dem Versicherten fertigte Stumpf einen Reha-Plan für die kommenden Wochen und Monate an. Ausgehend von dem Unfall­zeit­punkt gliedert sich die Behandlung in verschiedene Phasen. Je nach Phase gibt es unterschiedliche Behandlungs­ziele und Therapieformen.

Physiotherapeutin massiert Fuß
Die Heilung der Fußverletzung verlief zunächst nicht so wie erhofft – Andreas Fix entschied sich deshalb auf Anraten der Ärzte zu einer zweiten Operation. Seitdem geht es in schnellen Schritten voran. Foto: VBG/Thomas Lohnes

Obwohl Andreas Fix mit den ersten Physio­therapie-Stunden früh beginnen konnte, machten die Verletzungen weiter Probleme. Die Verheilung des Fußes verlief nicht wie geplant. In Anwesenheit von Anett Stumpf entschied er sich auch auf Anraten der Ärztinnen und Ärzte zu einer zweiten Operation im Juli – dieses Mal in der BG Unfall­klinik Frankfurt am Main. „Die Heraus­forderung ist, zu erkennen, dass es sich um ein schweres komplexes Verletzungs­bild handelt, welches einer Steuerung in die Spezial­klinik zu Fach­ärztinnen und -ärzten bedarf“, so Stumpf. Durch die schnelle Reaktion der Reha-Managerin und den Wechsel in eine Spezial­klinik konnte eine best­mögliche weitere Behandlung der Verletzungen gewährleistet werden. In der BG Klinik wurde der Fuß in einer erneuten Operation für einen besseren Heilungs­verlauf noch einmal mit Metall fixiert. Die nächsten Wochen bestanden für Fix vor allem aus Wund­kontrollen, Physio­therapie und der Bewältigung des eingeschränkten Alltags: „Ich bin einfach nur froh, dass meine Frau, die selbst Kranken­schwester ist, sich so gut um mich kümmern konnte. Und auch die Physio­therapie hilft enorm – von Mal zu Mal sieht man den Fortschritt.“

Mann mit Beinschiene

Noch immer ist Andreas Fix nur eingeschränkt mobil.

Foto: VBG/Thomas Lohnes

Dass die Rehabilitation trotz der Umstände so schnell voranging, liegt laut Stumpf vor allem an der Tatsache, dass die VBG ganz individuell auf den Versicherten­fall eingehen kann: „Es wird bei uns kein ‚Behandlungs­muster X‘ über die Versicherten gelegt und gehofft, dass alles wieder gut wird. Statt­dessen haben wir bei Herrn Fix ganz genau geschaut, was er braucht, und uns mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten eng abgestimmt, um die nächsten Schritte einzuleiten.“ In diesem Fall waren die Umstände besonders heraus­fordernd – auch deshalb, weil zwei unter­schiedliche Extremitäten betroffen sind und die jeweilige Verletzung eine andere Behandlung zu jeweils unter­schiedlichen Zeiten bedarf. „Da die ärztliche Behandlung und operative Versorgung von Herrn Fix noch nicht abgeschlossen ist, war es auch für uns schwierig, konkrete zeitliche Ziele im Reha-Plan festzuhalten. Wir haben deshalb Folge­termine vereinbart, um die entsprechenden Ziele zu vereinbaren und um den Reha-Plan fort­zu­schreiben“, so Stumpf. So kommt es, dass Andreas Fix schneller, als er wohl für möglich gehalten hätte, auf das Fahrrad zurück­kehrt – wenn auch nur als Trainings­gerät, um den Kreis­lauf wieder langsam zu stärken. „Die ersten Wochen konnte ich in der Krankengymnastik nur Dehn­übungen und leichte Kraft­übungen machen – da tut es jetzt wahn­sinnig gut, wieder körperlich richtig aktiv zu sein“, so Fix. „Aber ich freue mich auch darauf, endlich wieder draußen mit dem Fahrrad unterwegs zu sein.“ Doch das wird voraus­sichtlich noch einige Wochen dauern.

Die Heilung beider Verletzungen schreitet gut voran, und als Nächstes wird mit der stationären Reha gestartet. Der Fuß darf mittler­weile mit dem vollen Gewicht belastet werden, und die Achsel­stützen sind passé. Doch mit der Fußschiene, einem speziellen Schuh, ist Andreas Fix nur eingeschränkt mobil. „Es war eine enorme Erleichterung, dass es für die Kranken­gymnastik einen Kranken­transport und mittler­weile die Möglichkeit, mit dem Taxi zu fahren, gibt“, sagt Fix. Erst wenn er wieder voll belastbar ist, stabil stehen und laufen kann und keine Einschränkungen mehr mit dem Arm hat, soll auch die Rückkehr an den Arbeits­platz erfolgen. „Mit meinem Chef stehe ich regel­mäßig im Kontakt. Alle freuen sich auf meine Rückkehr, die vielleicht noch dieses Jahr erfolgt“, erzählt Fix. „Doch ich weiß, dass ich geduldig sein muss.“ Für die Rückkehr sieht das Gesetz ein Betriebliches Eingliederungs­management mit dem Ziel vor, die Arbeits­unfähigkeit von Beschäftigten zu überwinden und erneuten Ausfall­zeiten vorzubeugen. Frau Stumpf steht im Kontakt mit dem Arbeit­geber und wird die Eingliederung abstimmen und begleiten. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Oder genauer gesagt „einige Kilo­meter mit dem Fahr­rad­trainer“, wie Fix scherz­haft sagt.

Was macht eigentlich ein Reha-Manager?

Worauf es in diesem Beruf ankommt erzählt Ihnen der Reha-Manager Jens Voigt hier.

Veröffentlicht am

Das könnte Sie auch interessieren

Certo durchsuchen...