Permanent im Umbruch: So führen Sie Ihr Team gesund durch den Wandel
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Prof. Dr. Bernd Kriegesmann forscht als Wirtschaftswissenschaftler zu Innovationsmanagement und den Auswirkungen permanenter Veränderungsprozesse auf Organisationen und Beschäftigte. (Foto: VBG/Westfälische Hochschule)
Ein neues Tool hier, ein veränderter Prozess da: Gefühlt bleibt in der Arbeitswelt kein Stein auf dem anderen. Prof. Dr. Bernd Kriegesmann, Präsident der Westfälischen Hochschule, beleuchtet das Phänomen des permanenten Changes. Er zeigt auf, wie Unternehmen den Wandel entschärfen und die Gesundheit der Beschäftigten schützen können.
Warum uns Veränderung so allgegenwärtig erscheint
„Klassische Change-Ansätze sind auf Projekte mit definiertem Anfang und Ende fokussiert. Je größer Organisationen werden, desto mehr gleicht die Realität jedoch einer Landkarte voller paralleler Baustellen“, erklärt Kriegesmann. Oft ist man selbst gar nicht direkt von einer Neuerung betroffen, spürt aber die Dynamik im Unternehmen. Das sorgt im Hintergrund für Unsicherheit. Um dieses Gefühl aufzufangen, müssen Führungskräfte Fragen frühzeitig aufgreifen. Es geht darum, der Gerüchteküche den Wind aus den Segeln zu nehmen, bevor Stress entsteht. Kriegesmann betont: „Menschen brauchen vor allem in turbulenten Zeiten bewusste Momente des Durchatmens. Schaffen wir diese Räume, federn wir den gefühlten Dauerdruck ab und stärken die mentalen Ressourcen im Team.“
Vertrauen entsteht durch ehrliche Führung
Besonders das mittlere Management nimmt eine Schlüsselrolle ein, um Brücken zwischen der Strategie und der Praxis im Team zu bauen. Dabei geraten Führungskräfte oft in ein Dilemma, wenn sie Veränderungen verkünden sollen, für die es noch keinen fertigen Fahrplan gibt. In so einer Situation empfiehlt Kriegesmann Offenheit: „Ich setze voll auf Authentizität. Es ist absolut professionell, ehrlich zu sagen, dass eine Weiterentwicklung ansteht, deren Details man noch gemeinsam ausarbeitet. Transparenz ist in solchen Momenten der beste Erfolgsfaktor für Vertrauen.“
Der Mix macht das Team stark
Durch gezielt gemischte Teams entstehen wertvolle soziale Ressourcen. Die Praxis zeigt schließlich, dass festgefahrene Routinen am besten durchbrochen werden, wenn unterschiedliche Perspektiven aufeinandertreffen. Dabei hängt die Offenheit für Neues selten vom Alter oder der Betriebszugehörigkeit ab, sondern von der inneren Haltung. „Ideal ist ein Mix aus unvoreingenommenen Menschen mit kreativen Ideen und erfahrenen Beschäftigten. Wichtig ist es, für bestimmte Rollen die passenden, belastbaren Menschen auszuwählen. So entsteht eine stabile Basis im Team“, sagt Kriegesmann.
Den Wandel aktiv mitgestalten
Veränderungen werden nie aufhören. Umso wichtiger ist es, sie klug im Sinne des Unternehmens zu steuern. Wer ein agiles Mindset fördert, lernt laut dem Experten, den Change positiv zu nutzen: „Wir müssen Unsicherheiten gemeinsam in Gestaltungsräume verwandeln. Dass wir künftig beispielsweise mit völlig anderen Werkzeugen arbeiten, ist eine spannende Chance.“
Die VBG-Initiative „Mitdenken 4.0“
In Zusammenarbeit mit der Mitdenken 4.0 | VBG hat Prof. Dr. Kriegesmann Handlungshilfen zum Thema Permanent Change in Unternehmen abgeleitet. In drei Videos gibt er zudem einen kompakten Einblick in ständige Veränderungsprozesse in Organisationen.
Die Initiative Mitdenken 4.0 unterstützt Unternehmen dabei, den digitalen Wandel gesund zu gestalten. Im Fokus steht die Förderung der psychischen Gesundheit durch gesundheitssensibles Führen in der Büro- und Wissensarbeit.
Film 1: Ständige Veränderung – ein Mythos?
Film 2: Ständige Veränderung – was macht das mit den Menschen?
Film 3: Ständige Veränderung – wie gehen wir damit um?
Die WorkVision
Aus der Initiative ist auch das Zukunftsforum WorkVision entstanden. Dabei kommen alle zwei Jahre Fachleute zusammen, um konkrete Lösungen für digitale und hybride Arbeitsformen zu diskutieren. Die nächste WorkVision findet am 30.06.2027 im AXICA Kongresszentrum in Berlin statt.