“Gesundheit ist für uns keine Kostenstelle!“
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Simon Dierkes setzt auf gesunde Führung und Bewegung im Alltag. Um sein Team zu motivieren, hat er den Pathos-Schrittwettbewerb ins Leben gerufen. (Foto: Pathos Personalmanagement)
Kurzfristige Veränderungen in der Einsatzplanung und der ständige Spagat zwischen Kundenwünschen, den Bedürfnissen der Zeitarbeitsbeschäftigten und den Anforderungen aus der eigenen Unternehmensleitung: Dies sind nur einige Beispiele für herausfordernde und stressige Situationen in der Zeitarbeitsbranche.
Insbesondere Personalentscheidungsträger als Führungskräfte bewegen sich dabei täglich in einem Spannungsfeld unterschiedlicher Interessen und Anforderungen. Wenn es dann im Tagesgeschäft hektisch wird, bleibt die eigene Gesundheit – und in der Folge auch die der Zeitarbeitsbeschäftigten – oft auf der Strecke.
Genau hier setzt die VBG mit einem neuen, praxisnahen Angebot an: Das Workshop-Tool „Gesund Führen in der Zeitarbeit“ ermöglicht es Unternehmen, das Thema Gesundheit eigenständig und flexibel in den eigenen Räumen zu verankern. In vier aufeinander aufbauenden Modulen lernen Personalentscheidungsträger, Belastungen frühzeitig zu erkennen, die Selbstführung zu verbessern und durch wertschätzende Kommunikation ein gesundes Arbeitsklima zu schaffen. Die gewonnenen Erkenntnisse unterstützen dabei, Belastungen frühzeitig zu erkennen und gezielte Maßnahmen zur Förderung von Gesundheit, Zusammenarbeit und Leistungsfähigkeit abzuleiten.
Das Zeitarbeitsunternehmen Pathos Personalmanagement hat den Workshop bereits erfolgreich durchgeführt. Wie sich die Theorie in den Branchenalltag integrieren lässt und warum Gesundheit am Arbeitsplatz keine Privat-, sondern Führungsaufgabe ist, berichtet Geschäftsführer Simon Dierkes.
Warum ist Gesundheit in der Zeitarbeit Führungsaufgabe?
Weil der Impuls von oben kommen muss. Nur wenn wir als Unternehmensleitung wirklich davon überzeugt sind, dass wir die Gesundheit unserer Mitarbeitenden positiv beeinflussen können, wirkt sich das auch auf ihren Alltag aus. Sie spüren das – in den Arbeitsbedingungen, in der Aufmerksamkeit, die wir für ihre Belastungen aufbringen.
Viele sagen, das Thema kostet nur Zeit und Geld. Was entgegnen Sie dem?
Gesundheit ist für uns keine Kostenstelle, sondern eine Investition in die Zukunft. Wer sich nicht mit gesunder Führung beschäftigt, zahlt am Ende einen viel höheren Preis: durch Fluktuation, Fehlzeiten und durch wachsende Unzufriedenheit im Team. Der Workshop war für uns eine echte Chance, Gesundheit als festes Thema im Unternehmen zu verankern.
Wer profitiert am Ende von gesunder Führung?
Letztlich alle. Die Führungskräfte, weil sie die Belastungen ihrer Teams besser verstehen. Die Stammbeschäftigten, weil sie lernen, im Alltag gesünder mit Druck umzugehen. Und die Zeitarbeitsbeschäftigten merken, dass ihre Gesundheit hier wirklich zählt – dass sie gesehen werden. Am Ende spüren das auch unsere Kunden.
Gab es im Vorfeld Bedenken wegen des Zeitaufwands?
Ja, durchaus. Die Zeit freizuschaufeln war nicht einfach. Aber nach dem Workshop war die Rückmeldung einheitlich: Alle waren froh, dabei gewesen zu sein. Der Workshop hat uns den Raum gegeben, den wir im stressigen Arbeitsalltag sonst kaum finden – um wirklich über das Thema Gesundheit nachzudenken.
Wo gibt es die Materialien? Das Workshop-Tool steht als digitales Komplettpaket auf der VBG-Website zum Download bereit - inklusive vorbereiteter Ablaufpläne, Manuals und Tipps zur Umsetzung im eigenen Unternehmen. Fertige Präsentationsfolien können genutzt und individuell angepasst werden.
Was kostet es? Nichts. Das Workshopmaterial steht zum kostenfreien Download auf der VBG-Website bereit.
Wie hoch ist der Zeitaufwand? Insgesamt ca. zwölf Stunden. Der Workshop ist in vier Module à drei Stunden gesplittet. Damit sich der Inhalt optimal ins Tagesgeschäft integrieren lässt, sollten zwischen den Modulen jeweils einige Tage Pause für den Praxistransfer liegen. Hinzu kommt die Vorbereitungszeit für die Moderation.
Was muss ich vorbereiten? Für die Durchführung des Workshops im eigenen Unternehmen ist eine Person für die Moderation und die inhaltliche Vorbereitung erforderlich. Es ist empfehlenswert, dass die Moderatorin oder der Moderator gute Kenntnisse über den Arbeitnehmerüberlassungsprozess und dessen praktische Umsetzung im konkreten Zeitarbeitsunternehmen hat.
Der Workshop ist in vier Module über mehrere Tage aufgeteilt. War dieses Format hilfreich?
Absolut. Die Abstände zwischen den Modulen waren Gold wert. Wir konnten das Gelernte direkt im Alltag ausprobieren, reflektieren und erste Routinen entwickeln – bevor es im nächsten Modul weiterging. Das hat die Erkenntnisse viel nachhaltiger gemacht.
Wie nutzen Sie die Erkenntnisse im Alltag?
Selbstreflexion spielt dabei eine zentrale Rolle. Denn nur das, was wir selbst leben, können wir den Beschäftigten glaubwürdig vorleben. Mir ist klar geworden: Gesundheit ist kein Projekt mit Abschlussdatum, sondern ein fortlaufender Prozess. Nicht alles lässt sich über Nacht umsetzen – vieles muss im Alltag erprobt und zur echten Routine werden. Aber wir sind überzeugt, dass uns genau diese Haltung langfristig stärkt: als Team und im Wettbewerb.
Was war für Sie persönlich die wichtigste Erkenntnis?
Dass Führung bei einem selbst beginnt. Nur wer bereit ist, sich selbst zu reflektieren, kann andere wirklich mitnehmen. Das klingt simpel – aber es konsequent zu leben, ist eine echte Aufgabe.
Hand aufs Herz: Wie erholen Sie sich selbst am besten?
Laufschuhe an und raus – in den Wald oder den Park. Im Sommer kommt auch das Fahrrad dazu. Bewegung schafft für mich den besten Ausgleich und räumt den Kopf frei. Und ganz nebenbei habe ich dabei oft meine besten Ideen.