Zur Startseite
Zur VBG Startseite
Logo Certo
Fahrradparkplatz
Foto: VBG/Oliver Hardt

Umstieg aufs DienstradVorreiter auf zwei Rädern

Die Business Technology Consulting AG bietet ihren Beschäftigten an, Fahrräder und E-Bikes beruflich und privat zu nutzen. Dabei läuft es für alle Beteiligten rund.

Die Freude an dem Mountainbike, mit dem sich Christian Meyer vor einem guten Jahr belohnt hat, ist ihm anzusehen. Sooft es geht, fährt der Geschäfts­führer des inter­national agierenden IT-Consulting-Unternehmens BTC die 4,5 Kilometer von seinem Wohnort zur Arbeit. Bei Kunden­terminen dient es manchmal als Gesprächs­stoff, außerdem hält es den Chef fit. Laut Welt­gesundheits­organisation WHO lässt sich Zivilisations­krankheiten wie beispiels­weise Herz-Kreislauf-Erkrankungen effektiv entgegen­wirken, wenn man zum Beispiel fünfmal pro Woche je 30 Minuten Rad fährt. Für BTC-Beschäftigte ganz normal: Bereits seit rund acht Jahren werden mehrere Pool-Fahrräder im Unternehmen genutzt, wenn Kolleginnen und Kollegen eine kurze Distanz zu einem Kunden­termin zurücklegen möchten oder sich in der Pause ein wenig bewegen wollen. Der Haupt­firmen­sitz Oldenburg (in Oldenburg, Niedersachsen) gilt als Fahrrad­stadt. Für längere Strecken verstärkt ein E-Bike seit Anfang 2020 die Pool-Fahrrad­flotte.

Hollandrad und Klapprad
Holland- oder Klapprad? Geschäftsführer Christian Meyer und Fuhrparkmanagerin Lisa Kankam präsentieren einen Teil der Flotte. Foto: VBG/Oliver Hardt

Die intensive Nutzung ebendieser Pool-Fahrräder führte dazu, dass im Unternehmen über weitere Innovationen im Bereich Mobilität gesprochen wurde. „Ende Oktober 2019 fand an unserem Standort in Oldenburg ein Informations­tag zum Thema Fahrrad-Leasing statt“, erinnert sich Lisa Kankam, Fuhr­park­managerin des Unternehmens. Hier wurde den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verdeutlicht, warum Fahrrad-Leasing zum festen Repertoire gehören soll. 2012 hat der Gesetzgeber das Modell des Dienstwagen-Leasings auch auf Fahrräder übertragen. Die Finanzierung erfolgt über eine Entgelt­umwandlung. Der Arbeitgeber, in diesem Fall BTC, zahlt eine Leasing­rate für den Arbeit­nehmer oder die Arbeit­nehmerin und zieht diese vor den Steuern vom Gehalt ab. So sinken sowohl das Brutto­einkommen als auch Steuern und Sozial­versicherungs­beiträge. Seit Anfang 2020 müssen alle Dienst­räder, die Beschäftigten im Rahmen einer Gehalts­umwandlung über­lassen werden, nur noch mit 0,25 Prozent versteuert werden. Während Dienstwagen üblicher­weise erst ab einer gewissen Hierarchie­ebene gewährt werden, können Firmen­räder von mehr Beschäftigten genutzt werden. Bei der BTC-Gruppe mit ihren rund 1.900 Beschäftigten erhalten alle Fest­angestellten in Deutschland nach Ablauf ihrer Probezeit diese Möglichkeit. Zwischen­fazit nach rund eineinhalb Jahren: „Knapp 150 Leasing­verträge sind bereits geschlossen worden, und die Nachfrage steigt“, berichtet Kankam. Zudem subventioniert BTC die dazu­gehörige Fahrrad­versicherung. Die geleasten Räder können sowohl im Job als auch in der Freizeit gefahren werden.

Hier finden Sie die neue Podcast-Folge zum Thema Verkehrssicherheit

Anhören

Guter Rat für gute Räder

„Wir möchten natürlich sicherstellen, dass unsere Beschäftigten gut und sicher fahren“, betont Meyer. Gemeinsam mit dem Arbeits­sicher­heitsaus­schuss hat er daher eine umfang­reiche Risiko­bewertung vorgenommen. „Insbesondere die rechtliche Einbindung und der Versicherungs­schutz haben ein paar Fragen aufgeworfen“, erinnert sich Lisa Kankam. „Zum Beispiel beim Thema Helme: Wir haben unsere dies­bezüglichen Prozesse noch mal angeschaut und verbessert“, erläutert die Fuhrpark­managerin. Dazu gehörte zum Beispiel, Leihhelme mit dazugehörigen Hygiene­hauben für die Haare anzuschaffen. „Richtig so! Ein Fahrrad­helm kann bei einem Sturz das Risiko für eine schwere Kopf­verletzung deutlich reduzieren“, erklärt Dr. Tim Janowitz. Er ist bei der VBG als Experte für Verkehrs­sicherheit tätig und berät Unternehmen rund um das Thema Fahrrad­nutzung, so auch BTC.

Coronavirus-konforme Fahrrad-Beratung
Helme können Leben retten: Dr. Tim Janowitz berät Prokurist Christian Meyer, wie er richtig sitzt.

Besonders wichtig ist ihm zufolge in puncto Verkehrs­sicherheit auch die Unternehmens­kultur: Unternehmen haben keinen direkten Zugriff auf ihre Beschäftigten, wenn diese mit dem Fahrrad oder einem anderen Verkehrs­mittel unterwegs sind. „Wir sind ein Unternehmen, in dem die Fahrt zum Kunden­termin grundsätzlich sicher gestaltet und mit Bedacht in der Termin­planung berücksichtigt wird“ sei daher eine wichtige Botschaft der Unternehmens­leitung sowohl für die eigenen Beschäftigten als auch für die Kundinnen und Kunden. „Überhaupt ist der intensive Austausch mit den Beschäftigten essenziell“, pflichtet ihm Christian Meyer bei. Dass es im Unternehmen Duschen gibt für diejenigen, die sich vielleicht einmal doch ein bisschen zu sehr abgestrampelt haben, ist einem solchen Dialog zu verdanken. Dem Wunsch des Betriebs­rats nach sicheren Abstell­plätzen ist BTC ebenfalls nach­gekommen. „Mittler­weile verfügen wir hier am Standort über mehr Fahrrad­stell­plätze als Auto­park­plätze“, freut sich Prokurist Meyer. „Wir beobachten, dass sich die Beschäftigten oft mit wirklich hochwertigen Rädern etwas Gutes tun“, verrät Lisa Kankam. Der durch­schnittliche Ladenpreis der von BTC geleasten Räder beträgt 3.000 Euro.

Am Rad drehen lohnt sich

Im „Fahrrad-Monitor Deutschland 2019“ des Fahrrad­klubs ADFC hat knapp ein Drittel der Befragten angegeben, das Fahrrad „mindestens ein paarmal pro Woche auf dem Weg zur Arbeit zu nutzen“. Die Coronavirus-Pandemie dürfte diesen Trend weiter verstärkt haben. Weitere Gründe, die dafür sprechen, umzusteigen? Die Klimakrise zwingt zu weniger CO2-Ausstoß. Die Straßen sind voller Staus, und am Ziel angekommen ist die Park­platz­suche zermürbend und zeit­intensiv. Dass der Wunsch nach einem Dienst­fahrrad bei Beschäftigten nach Gehalt­serhöhung, Urlaubs­geld und Erholungs­beihilfe auf Platz vier rangiert, wie die SEO-Plattform Semrush 2019 in einer Studie feststellte, wundert da nicht. Ein weiterer Plus­punkt, auch für die Chefinnen und Chefs: Rad­fahrende sind durch­schnittlich einen Tag pro Jahr weniger krank. „Darüber hinaus steigt unsere Attraktivität als Arbeitgeber, und wir können unser Engagement für Nachhaltigkeit leben und zeigen“, weiß Christian Meyer. Zeit für weitere Unternehmen, diesen Weg einzuschlagen.

Rein in die Pedale

Die VBG unterstützt Unternehmen mit vielfältigen Angeboten dabei, ihre Mobilitäts­konzepte weiter­zu­entwickeln:

  • Die Publikation „Mit dem Rad sicher mobil“ informiert rund ums Radfahren im Job.
  • Alles zur Elektromobilität gibt es im Kompendium Verkehrs­sicherheit.
  • Das VBG-Präventions­mobil Verkehrssicherheit führt Sicherheits­trainings und Informations­veranstaltungen für Zweiräder durch.

Veröffentlicht am

Das könnte Sie auch interessieren

Certo durchsuchen...