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Eine ältere und eine junge Frau arbeiten zusammen.
Foto: iStock

Generationen auf dem ArbeitsmarktOK, Boomer

Babyboomer, Generation X, Y und jetzt auch noch Z? Vertreterinnen und Vertreter der verschiedenen Generationen zeichnen sich durch ganz andere Werte und Erwartungen aus. Damit stellen sie Unternehmen vor neue Herausforderungen – aber eröffnen so auch Chancen und Möglichkeiten.

Die Altersunterschiede am Arbeitsplatz werden immer größer. Da liegen schnell 45 Jahre zwischen der Aus­zu­bildenden und dem Einkaufs­leiter. Tendenz steigend. Während die Jungen ins Berufs­leben starten, arbeiten die Alten immer länger. Im Jahr 2060, so das Statistische Bundes­amt, wird jede dritte Arbeit­nehmerin bzw. jeder dritte Arbeit­nehmer älter als 65 Jahre sein. Schon heute treffen die Baby­boomer und die Generation X im Unter­nehmen auf die Generationen Y und Z – und damit auf völlig unter­schiedliche Auffassungen davon, wie Arbeit sein soll. Ein Überblick.

Leben für Arbeit

Als Babyboomer wird die älteste Generation auf dem Arbeits­markt bezeichnet. Geboren wurden sie zwischen 1946 und 1965. Der Ausdruck „Babyboomer“ rührt von dem hohen Geburten­zu­wachs in diesen Jahren, den nach­folgende Generationen bislang nicht mehr erreicht haben.

Für die Babyboomer steht laut Befragungen die Arbeit im Mittel­punkt des Lebens. Der berufliche Aufstieg gilt dabei als zentrales Ziel. Diese Generation ist bekannt für lang­jährige Erfahrung und gute Arbeits­moral, aber auch für das Fest­halten an konservativen Strukturen. In diesem Kontext entstand der Ausdruck „OK, Boomer“, der von Jugendlichen auf Social Media verwendet wird, um auf fest­gefahrene Äußerungen knapp zu antworten. Eine junge neusee­ländische Politikerin hatte ihn im Parlament verwendet, um auf eine Äußerung eines älteren Kollegen zu reagieren.

Viele der heutigen Babyboomer stehen kurz vor der Rente. Wenn diese Generation den Arbeits­markt verlässt, hinter­lassen die Baby­boomer große Lücken, gerade in Führungs­positionen und Fach­kräfte­bereichen, die von den jüngeren Generationen geschlossen werden müssen.

Arbeit fürs Leben

Buchstabe X
Foto: iStock

Gute Bildung und eine hohe Motivation sind charakteristisch für die Generation X, deren Mitglieder zwischen 1966 und 1980 das Licht der Welt erblickten. Ähnlich wie den Baby­boomern sind der Generation X ein berufliches Auf­steigen und eine hohe Qualität ihrer Arbeit sehr wichtig. Dennoch legt diese Generation Wert auf eine aus­gewogene Work-Life-Balance, sodass die Arbeit nicht mehr der ausschließliche Mittel­punkt des Lebens ist. Die Bezeichnung entstammt dem 1991 erschienenen gleich­namigen Best­seller­roman des kanadischen Autors Douglas Coupland.

Anders als die nachfolgenden Generationen wurden die „X“ häufig erst im Erwachsenen­alter mit der Digitalisierung konfrontiert, sodass ein aktives Aus­einander­setzen mit dem technischen Fort­schritt erforderlich ist. Für manche Mitglieder dieser Generation ist das eine Heraus­forderung.

Arbeitsleben

Nach X kommt die Generation Y, auch Millennials genannt. Ihre Vertreterinnen und Vertreter sind in den 80er- und 90er-Jahren des letzten Jahr­hunderts geboren. Der Begriff „Generation Y“ tauchte zum ersten Mal in einer Marketing­fach­zeit­schrift auf. Das Y spielt auch mit dem englischen Begriff „why“ (zu Deutsch „warum“), da der Generation Y häufig zugeschrieben wird, alles kritisch zu hinter­fragen.

Buchstabe Y
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Für ihre Angehörigen steht ihre persönliche Selbst­verwirklichung im Vorder­grund. Deshalb ist für die „Y“ auch besonders wichtig, dass sie ihre Arbeit als sinn­voll ansehen können, sodass sie darin aufgehen können. Dieser Anspruch hat sogar eine größere Priorität als der Wunsch nach einem möglichst hohen Gehalt. Eine entscheidende Frage bei der Wahl des Arbeit­gebers ist also nun nicht nur „Was kann ich für das Unternehmen tun?“, sondern eher „Wie kann mich das Unternehmen weiter­bringen?“. Arbeit und Freizeit müssen nicht mehr streng voneinander getrennt werden. Die Generation Y ist auch bereit, mehr als nur nine to five zu arbeiten, unter der Voraus­setzung, private Angelegenheiten am Arbeits­platz regeln zu dürfen. Gleich­zeitig sind sie deutlich mehr Team­player als ihre Vor­gänger­generationen.

Leben und Arbeit

Buchtabe Z
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Nach Y kommt Z. Wer zwischen 2000 und 2010 geboren wurde, wird häufig auch als „Digital Native“ (zu Deutsch „digitale Eingeborene“ bzw. „digitaler Eingeborener“) bezeichnet. Schon von Geburt an wurden sie von smarten Technologien geprägt. Aus­drücke wie „den Telefon­hörer auflegen“ machen für sie streng genommen keinen Sinn mehr, da sie fast aus­schließlich Mobil­telefone kennen. Die Digitalisierung ist Teil ihres Alltags und aus diesem auch nicht mehr weg­zu­denken, sowohl am Arbeits­platz als auch im Privat­leben. Dadurch hat die Generation Z Zugang zu einer inter­nationalen Vernetzung. Probleme, die in den analogen Medien oft weit weg erschienen, sind für die Generation Z zum Greifen nah. Dies beflügelt den Wunsch nach einer gemeinschaftlichen Verbesserung der Welt, wie ihn beispiels­weise die „Fridays for Future“-Bewegung hegt.

Viele Vertreterinnen und Vertreter der Generation Z sind heute noch Kinder, einige betreten aller­dings bereits den Arbeits­markt. Unternehmen bereiten sich auf ihre Vor­stellungen vor. Vorläufige Prognose: In vielen Punkten scheint die Generation Z deutlich traditioneller zu ticken als die Millennials. Auch der Wunsch nach Abgrenzung von Berufs- und Privat­leben scheint größer zu sein, da die Selbst­verwirklichung im Gegen­satz zu den „Y“ eher in der Freizeit aus­gelebt wird.

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