Wie entscheiden wir mit falschen Meinungen?
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Chefs oder Personal-Leitungen
müssen jetzt genau aufpassen:
Denken Sie an alle Ihre Mitarbeiter.
Sind die alle ähnlich?
Zum Beispiel

Sie haben Ihre Mitarbeiter so ausgesucht.
Vielleicht hat es einen Grund,
dass alle Mitarbeiter so ähnlich sind.
Das kann schlecht sein.
Denn vielleicht haben Sie eine falsche Meinung
über Menschen, die anders sind.
Oft machen Sie das gar nicht mit Absicht.
Sie erkennen dann also nicht,
dass Sie ohne Grund eine falsche Meinung haben.
Das nennt man unbewusstes Vorurteil.
Aber falsche Meinungen können bei Ihrer Arbeit
auch andere Entscheidungen ändern.
Vielleicht sind Ihre Entscheidungen dann schlecht.

Es gibt falsche Meinungen über viele Dinge.
Eine falsche Meinung über das Alter:
Alte Menschen mögen keine Veränderungen.
Das stimmt nicht.
Aber darum machen Firmen vielleicht
keine Kurse für alte Mitarbeiter.
Eine falsche Meinung über das Geschlecht:
Männer können sich besser durchsetzen
und haben mehr Zeit für die Arbeit.
Auch das stimmt nicht.
Aber darum fragen Firmen Frauen oft nicht,
ob sie Chefin sein wollen.
Es gibt noch mehr falsche Meinungen.
Wir erklären nun 5 Arten von falschen Meinungen,
die schlecht für Entscheidungen bei der Arbeit sind.

Wir mögen Menschen, die so sind wie wir.
Wir vertrauen diesen Menschen auch mehr.
Wenn Menschen anders sind,
mögen wir sie nicht so schnell.
Und wir vertrauen ihnen auch nicht so schnell.
Das machen wir nicht mit Absicht.
Aber es ändert unsere Entscheidungen.
Zum Beispiel wenn wir einen neuen Kollegen suchen.
Dann entscheiden wir uns oft für den Kollegen,
der so ist wie wir.
Aber vielleicht ist eine andere Person viel besser.
Das merken wir nur nicht,
weil die andere Person anders ist als wir.
Oft ist das zum Beispiel ein Nachteil für Frauen.
Denn oft entscheiden Männer über neue Kollegen.
Sie stellen dann oft Männer ein.

Oft denken wir beim Verhalten von anderen:
So ist die Person, das ist ihre Art.
Wir denken nicht immer daran,
dass es andere Gründe für ein Verhalten gibt.
Ein Beispiel:
Ein Mitarbeiter kommt zu spät zur Besprechung.
Dann denken wir:
Der Mitarbeiter ist nicht zuverlässig.
Wir denken nicht:
Der Mitarbeiter hat vielleicht Stress in der Familie.
Oder ein Zug ist ausgefallen.
Noch ein Beispiel:
Ein Mitarbeiter macht einen Vortrag.
Aber er vergisst dabei, wie es weiter geht.
Dann denken wir:
Der Mitarbeiter ist unsicher.
Er kann nicht vor vielen Menschen reden.
Wir denken nicht:
Der Mitarbeiter hat gerade zu viel Stress.
Er konnte sich nicht genug vorbereiten.

Wir haben also zu schnell
eine falsche Meinung über andere.
Bei uns selbst passiert uns das nicht.
Wenn bei uns selbst etwas nicht klappt,
denken wir erst über die Gründe nach.
Wir denken nicht sofort, dass wir Schuld daran sind.

Wir haben zu vielen Themen schon eine Meinung.
Bei Entscheidungen sind wir dann oft für das,
was am besten zu unserer Meinung passt.
Ein Beispiel:
In einer Besprechung geht es um ein Projekt.
Die Mitarbeiter sollen entscheiden,
was gute Gründe für und gegen das Projekt sind.
Wir finden dann oft die Gründe besser,
die zu unserer eigenen Meinung passen.
Wir entscheiden dann vielleicht nicht,
was für das Projekt die beste Entscheidung ist.
Oft denken wir auch zu gut über eine Person.
Denn vielleicht gibt es eine Sache an der Person,
die wir sehr gut finden.
Ein Beispiel:
Ein Mitarbeiter macht einen Vortrag.
Und der Mitarbeiter ist sehr selbstbewusst.
Oder er sieht gut aus.
Oder er kann gut vor anderen reden.
Darum mögen wir den Mitarbeiter.
Wir achten dann nicht so genau darauf,
was der Mitarbeiter im Vortrag sagt.
Vielleicht sagt er sogar etwas Falsches.
Aber das stört uns dann nicht so,
weil wir den Mitarbeiter mögen.
Es gibt auch das Gegenteil:
Dann haben wir eine falsche Meinung,
weil wir zu schlecht über eine Person denken.
Vielleicht mögen wir nicht, wie die Person aussieht.
Dann denken wir auch über den Vortrag schlechter,
auch wenn die Person gute Sachen sagt.
Wir bewerten den Vortrag also nicht gerecht.

Auch unsere Erinnerung ist ein Grund dafür,
warum wir falsche Meinungen haben.
Denn wenn wir über etwas nachdenken,
erinnern wir uns am besten an die letzte Zeit.
Ein Beispiel:
Ein Chef redet im Gespräch darüber,
ob ein Mitarbeiter gute Arbeit macht.
Er erinnert sich besser an die letzten Monate
als an das ganze letzte Jahr.
Aber vielleicht hat der Mitarbeiter
gerade in den letzten Monaten viel Stress gehabt.
Daran denkt der Chef nun viel mehr.
Darum denkt der Chef vielleicht,
dass der Mitarbeiter immer schlecht arbeitet.
Aber das stimmt nicht.
Vorher hat der Mitarbeiter sehr gut gearbeitet.
Aber daran denkt der Chef nicht mehr so sehr.
So bekommt der Chef eine falsche Meinung
über den Mitarbeiter und wie er arbeitet.

Falschen Meinungen oder unbewusste Vorurteile
können bei der Arbeit Probleme machen.
Vielleicht denkt man:
Viele gleiche Menschen arbeiten gut zusammen.
Sie verstehen sich sehr gut.
So können sie alle Probleme lösen.
Aber wenn alle Kollegen gleich sind,
haben sie auch immer nur die gleichen Ideen.
Verschiedene Menschen können
Probleme auch verschieden lösen.
Sie haben viele verschiedene Ideen.

Falsche Meinungen sind auch schlecht für die Seele
von Kollegen, die anders sind.
Die Kollegen fühlen sich schlecht,
Die Kollegen arbeiten dann nicht mehr gerne
und verlassen die Firma vielleicht.

Darum müssen wir immer darauf achten,
ob wir selbst falsche Meinungen haben.
Unbewusste Vorurteile sind nicht mit Absicht.
Man kann also etwas dagegen tun.
Aber es gibt auch feste Vorurteile.
Dann glauben wir wirklich an das,
was wir über andere denken.

Dafür müssen wir lernen,
wieder mehr über unsere Meinungen nachzudenken.
Dafür muss man sich Zeit nehmen,
wenn man etwas entscheiden will.
Chefs und Personal-Leitungen müssen überlegen:
Entscheide ich nur mit guten Infos?
Dann entscheide ich gerecht.
Oder entscheide ich mit meinem Gefühl?
Dann entscheide ich vielleicht nicht gerecht.

Für gute Entscheidungen braucht man gute Infos.
Bei Bewerbungen zum Beispiel hilft ein guter Plan:
Was soll ein neuer Kollege können?
Dabei geht es nicht um eigene Gefühle.
Das sind Infos, die man prüfen kann.
Vielleicht können auch mehrere Personen
gemeinsam entscheiden.
Am besten sind diese Personen verschieden,
damit es auch verschiedene Meinungen gibt.

Bei Bewerbungen hilft auch das:
Prüfen Sie die Bewerbungen ohne Namen und Fotos.
Dann können Sie sich darüber
gar keine falsche Meinung machen.
Dann sehen Sie nur die Infos in der Bewerbung,
die wichtig für die Arbeit sind.
Zum Beispiel über die Ausbildung
und andere Erfahrungen bei der Arbeit.
Das ist gerecht.

Das Wichtigste ist:
Seien Sie offen dafür,
etwas gegen falsche Meinungen zu tun.
Dafür gibt es zum Beispiel Trainings.
Man muss immer wieder
über die eigenen Meinungen nachdenken.
Eigene Meinungen sind ganz normal.
Und wir haben falsche Meinungen nicht,
weil wir böse sind.
Wir müssen das nur erkennen
und dann etwas dagegen tun.