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Warum Inklusion für alle gut ist

Die Firma DATEV macht Angebote für Computer und Programme. Für die Firma ist Barrierefreiheit sehr wichtig. Certo hat mit der Inklusions-Beauftragten geredet.

Veröffentlicht am

Frau Lazai, Sie sind Inklusions-Beauftragte bei der Firma DATEV.
Ihr Bereich heißt Diversity, Equity & Inclusion,
also Vielfalt, Gerechtigkeit und Inklusion.
Warum ist das bei DATEV so wichtig?

Claudia Lazai sagt:
Inklusion ist bei DATEV seit fast 60 Jahren wichtig.
Denn unser Gründer hatte
eine starke Sehbehinderung.
Darum sollte die Firma immer auch
an Menschen mit Behinderung denken.
Sie sollen nicht nur hier arbeiten.
Sie sollen ein wichtiger Teil von der Firma sein.
Es gab hier also schon immer Vielfalt,
Gerechtigkeit und Inklusion.
Für uns geht es nur darum,
wie wir darin immer besser werden können.

Was tun Sie heute genau, um besser zu werden?

Claudia Lazai sagt:
Alle Menschen sollen merken:
Inklusion ist für alle gut.
Dafür muss die Arbeit und unsere Firma
zu allen passen:

  • zu den Mitarbeitern mit Behinderung
  • zu den Mitarbeitern ohne Behinderung

Darum sollen auch alle mitbestimmen,
wie wir hier arbeiten wollen.
Wir haben dafür zum Beispiel
eine Inklusions-Vereinbarung aufgeschrieben.
Alle Bereiche haben mitgemacht.
Zu dieser Vereinbarung gehört auch ein Aktionsplan.
Im Aktionsplan stehen 133 Ziele und Aufgaben,
wie wir uns um mehr Inklusion kümmern.

Was für Aufgaben stehen im Aktionsplan?

Claudia Lazai sagt:
Es gibt für die Barrierefreiheit
viele Aufgaben beim Bau und bei der Büro-Planung.

Zum Beispiel:

  • sprechende Aufzüge
  • Leitstreifen für Blinde
  • Schreibtische,
    bei denen man die Höhe einstellen kann
  • Geräusch-Schutz in allen Büros

Bei Veranstaltungen haben wir Induktionsschleifen.

Damit können Menschen mit Hörgeräten
alles gut hören.
Und in unserer Kantine gibt es
Infos zum Essen direkt auf das Smartphone.
Dafür kann man einen QR-Code
auf den Preis-Schildern einscannen.

Gibt es auch Barrierefreiheit bei der Arbeit am Computer?

Claudia Lazai sagt:
Ja, das ist uns bei DATEV sehr wichtig.
Etwa 600 Mitarbeiter sind schwerbehindert.
Oder sie haben einen Grad der Behinderung
von 30 oder 40.
Alle Behinderungen sind verschieden.
Aber sie alle sollen gut arbeiten können.
Dafür müssen sie die Computer
und die Programme gut nutzen können.
Das ist zum Beispiel wichtig
für Mitarbeiter mit Sehbehinderung:

  • Sie müssen Farben gut unterscheiden können.
  • Sie müssen Schrift und Bilder
    größer und kleiner machen können.

Darauf achten wir bei Programmen,
die wir selbst verkaufen.
Und darauf achten wir bei Programmen,
die wir für unsere Arbeit kaufen.

Gibt es auch Mitarbeiter, die nicht auf Inklusion achten?

Claudia Lazai sagt:
Ja, das gibt es immer.
Aber die meisten machen das nicht mit Absicht.

Vielleicht denken Mitarbeiter:
Bestimmt kann ein Kollege mit Behinderung
nicht gut mit Verantwortung umgehen.
Vielleicht schafft er wegen der Behinderung
nicht alle Aufgaben.

Oft kommen diese Gedanken aber nur,
weil die Mitarbeiter nicht genug Infos haben.
Sie wissen nicht, was Behinderung bedeutet.

Oder vielleicht denken Mitarbeiter:
Barrierefreiheit ist sehr viel Arbeit,
zum Beispiel bei einer Veranstaltung.
Das planen wir lieber erst später.

Aber dann kostet Barrierefreiheit oft viel mehr.
Am besten denkt man von Anfang an daran.

Aber man merkt auch:
Unsere neuen jungen Mitarbeiter
denken oft schon anders über Barrierefreiheit.
Für sie ist mehr Inklusion viel normaler.
Das hilft auch unserer Firma.

Was tun Sie noch für mehr Vielfalt?

Claudia Lazai sagt:
Alle Mitarbeiter sind verschieden
und das ist auch gut so.
Alle Meinungen und Wünsche sind wichtig für uns.
Darum machen wir verschiedene Angebote,
in denen Mitarbeiter mitreden können.
Es gibt zum Beispiel Gespräche und einen Podcast
über Barrierefreiheit und Inklusion.
Wir machen auch Arbeits-Gruppen und Kurse
zu diesen Themen.

Welche Tipps können Sie anderen Firmen geben?

Claudia Lazai sagt:
Andere Firmen müssen ihre Ziele und
Aufgaben nicht neu erfinden.
Sie können prüfen, wie andere Firmen es machen.
Und sie können mit anderen Firmen reden.

Schafft eine Firma etwas nicht selbst?
Dann soll die Firma sich Hilfe holen.
Zum Beispiel vom Integrations-Fachdienst.

Aber das Wichtigste ist:
Firmen sollen mit ihren Mitarbeitern reden.
Jeder hat eigene Ideen.
Und Mitarbeiter mit Behinderung
haben oft noch ganz andere Ideen.
Vielleicht dauern einige Aufgaben dann länger.
Aber viele gute neue Ideen
sind für die ganze Firma gut.
Und die Kunden freuen sich auch über neue Ideen.

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