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Mut machen als Chefin mit Behinderung

Es gibt auch Chefs mit Behinderung. Ein gutes Beispiel dafür ist Nadine Schönwald. Certo hat mit ihr geredet.

Veröffentlicht am

Menschen mit Behinderung sollen
überall dabei sein und mitmachen können.
Das nennt man Inklusion.
Inklusion ist auch bei der Arbeit wichtig.
Das weiß auch Nadine Schönwald.
Denn sie ist Chefin mit Behinderung.
Sie leitet den Bereich Kunden-Betreuung
in der Firma Adecco.
Man muss viel für Inklusion tun.
Nur so kann sich etwas ändern.

Nadine Schönwald ist 44 Jahre alt
und hat eine Tochter.
Sie wohnt in Oberhausen.
Nadine Schönwald hat seit ihrer Geburt
eine Behinderung.
Ihr Knochenmark war krank.
Darum sind die Knochen falsch gewachsen.
Nadine Schönwald hatte 25 Operationen,
damit sie sich besser bewegen kann.
Sie musste nach jeder Operation
wieder von vorne anfangen:

  • gesund werden
  • bewegen
  • durchhalten

Das alles hat Nadine Schönwald stärker
und mutiger gemacht.

Offen mit der Behinderung sein

Nadine Schönwald ist sehr entspannt.
Termine oder Aufgaben bei der Arbeit
sind für sie kein Stress.
Probleme mit der Gesundheit sind für sie Stress.

Nadine Schönwald ist schon seit 16 Jahren
Chefin bei der Firma Adecco.
Sie macht kein Geheimnis
aus ihrer Behinderung.
Aber sie redet auch nicht dauernd darüber.
Ihre Kollegen denken nicht daran,
dass sie eine Person mit Behinderung ist.
Man kann ihre Behinderung
auch nicht immer sehen.

Ab und zu gibt es auch auf der Arbeit Stress.
Zum Beispiel wenn Nadine Schönwald
lange starke Schmerzen hat.
Die Schmerzen gehen nicht einfach weg.
Nadine Schönwald fühlt sich dann schlecht
und ärgert sich vielleicht auch.
Darüber redet sie offen mit den Kollegen.
So wissen alle:
Sie ärgert sich wegen den Schmerzen
und nicht wegen den Kollegen.

Probleme sind normal

Nadine Schönwald hat gemerkt:
Es ist gut für alle,
wenn Chefs offen über Probleme reden.
Dann trauen die Mitarbeiter sich das auch.
Und jeder achtet mehr darauf,
wie es den anderen geht.
Es ist gut und wichtig,
auf eigene und andere Probleme zu achten.
Man kann immer noch gute Arbeit machen.

Aber es ist nicht immer einfach,
wenn man offen über seine Behinderung redet.
Das hat Nadine Schönwald selbst gemerkt,
als sie früher Arbeit gesucht hat.
Ab und zu hat sie in die Bewerbung geschrieben,
dass sie eine Behinderung hat.
Dann hat sie nur sehr wenige Einladungen
für ein Bewerbungs-Gespräch bekommen.
Wenn sie darüber nichts geschrieben hat,
hat sie mehr Einladungen bekommen.
Aber oft gab es trotzdem eine Absage,
wenn sie dann von der Behinderung erzählt hat.

Nadine Schönwald musste immer zeigen,
dass sie trotzdem alles schaffen kann.
Und sie musste sich auch mehr dafür einsetzen,
dass sie Chefin wird.

Aber jetzt ist die Behinderung egal.
Alle Mitarbeiter gehen gut damit um.
Nadine Schönwald macht ihre Arbeit
genau so gut wie alle anderen.

Ein gutes Beispiel für andere

Behinderungen sollen bei der Arbeit
normal werden.
Bestimmt gibt es bei der Arbeit
mal Probleme wegen der Behinderung.
Und bestimmt kann man nicht alles.
Aber so geht es allen Menschen.
Man muss dann einfach Lösungen finden.
Besonders Chefs mit Behinderung
können dafür ein gutes Beispiel sein.
Sie zeigen anderen Personen mit Behinderung:
Ihr könnt auch mit Behinderung Erfolg haben.

Firmen können mit diesem Beispiel
viel über Inklusion lernen:

  • Reden Sie mit Mitarbeitern mit Behinderung.
  • Setzen Sie sich für diese Mitarbeiter ein.
  • Denken Sie an alle Bereiche von der Firma.
  • Wo kann es Probleme geben
  • für Mitarbeiter mit Behinderung?
  • Geht die Firma gerecht um
  • mit Bewerbern mit Behinderung?
  • Gibt es einen Inklusions-Beauftragten?

Inklusion ist ein Menschenrecht.
Und es hilft der ganzen Firma.
Aber dafür muss man noch viel tun.

5 Tipps für Chefs für mehr inklusive Arbeit

Jede Behinderung ist anders.
Es gibt verschiedene Barrieren,
um die man sich kümmern muss.
Das ist in der Firma das Wichtigste,
wenn es Mitarbeiter mit Behinderung gibt.

Hier stehen 5 Tipps für Chefs,
wie sie mehr für Inklusion tun können.

Tipp 1:
Sie entscheiden selbst, was Sie über Ihre Behinderung sagen wollen

Keiner muss alles über Sie wissen.
Sie können selbst entscheiden,
wer was über Sie weiß.
Aber oft kann es bei der Arbeit helfen,
wenn die Kollegen Bescheid wissen.

Tipp 2:
Sagen Sie, was Sie brauchen

Vielleicht geht es Ihnen mal schlecht
wegen Ihrer Behinderung.
Dann sagen Sie das Ihren Kollegen.
Ihre Kollegen können nur Rücksicht nehmen,
wenn sie Bescheid wissen.

Tipp 3:
Es ist in Ordnung, wenn Sie nicht alles schaffen.

Keiner schafft jeden Tag immer alles.
Sie müssen das auch nicht schaffen,
auch nicht als Chef.
Jeder kann mal einen schlechten Tag haben.
Das gilt für Chefs mit und ohne Behinderung.

Tipp 4:
Bleiben Sie ehrlich

Sie müssen den Kollegen nicht immer zeigen,
dass Sie so gut wie alle anderen sind.
Bleiben Sie ehrlich.
Zeigen Sie vielleicht auch, was nicht gut klappt.
Das ist gut für das Vertrauen
und die Zusammenarbeit.

Tipp 5:
Zeigen Sie, was alles geht

Sie als Chef mit Behinderung
sind ein gutes Beispiel.
Sie zeigen, was mit Behinderung alles geht.
Das macht Mut
für andere Mitarbeiter mit Behinderung.

Das tut die VBG für Inklusion von Mitarbeitern mit Behinderung

Chefs bei der VBG sollen wissen,
wie sie für mehr Inklusion sorgen können.
Dafür gibt es ein Lernangebot am Computer.
Das Lernangebot heißt:
Inklusion für Führungskräfte –
Fokusthema Schwerbehinderung
.
Im Lernangebot gibt es viele gute Infos
über das Arbeits-Leben mit Behinderung.
Es gibt 6 Teile mit verschiedenen Themen.
Zum Beispiel Barrierefreiheit oder extra Urlaub.
Es gibt auch eine Checkliste
mit vielen Tipps für Chefs.
So wissen Sie besser,
wie Sie gut für alle Mitarbeiter da sein können.
Mehr Infos zum Lernangebot finden Sie hier.

Die VBG hat eine extra Seite
über das Thema Arbeit ohne Barrieren.
Hier gibt es viele Infos und Hilfen für Firmen,
die Mitglied bei der VBG sind.
Sie finden die Seite hier.
Die Seite ist nicht in Leichter Sprache.

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