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Vater mit Sohn im Homeoffice
Foto: Getty Images

Homeoffice-Zeit mit KindernVersichert – aber auch sicher?

In Zeiten der Corona-Krise steht nicht nur das Arbeitsleben kopf. Auch die Betreuung der Kinder will in den eigenen vier Wänden gut organisiert sein. Dabei gilt es mehr denn je, Gefahren, die ein Unfallrisiko bergen, zu minimieren. Wie man sicherer durch die Homeoffice-Zeit mit Kindern kommt.

Aktuell sieht es in vielen deutschen Haushalten anders aus als sonst. Das Ess­zimmer gleicht einem Arbeits- und Kreativ­raum: Verlängerungs­kabel verbinden Steck­dose, Laptop und Monitor und schlängeln sich über mehrere Meter durch den Raum. Schul­materialien und Bastel­utensilien stehen dort, wo üblicher­weise gemeinsam gegessen wird – und über­haupt geht es bisweilen hektischer und ungeordneter zu. Das veränderte Zusammen­leben zwischen Eltern, die im Home­office arbeiten, und Kindern, die eben­falls den Groß­teil ihrer Zeit zu Hause verbringen und sinnvoll betreut werden wollen, ist nicht nur heraus­fordernd, sondern birgt auch die Gefahr, dass Unfälle durch Unaufmerksamkeit passieren.

Die Kinder bleiben unfall­versichert!

Die wichtigste Nachricht vorweg: Ereignen sich Unfälle im Rahmen einer privat organisierten Kinder­betreuung, ist die gesetzliche Kranken­versicherung zuständig. Kita- und Schul­kinder, die in der aktuellen Corona-Krise in einer Not­betreuung in Kitas oder Schulen betreut werden, weil ihre Eltern in Bereichen der kritischen Infra­struktur beschäftigt sind, stehen hingegen weiter­hin unter dem Schutz der gesetzlichen Unfall­versicherung. Darauf weisen die Unfall­versicherungs­träger der öffentlichen Hand hin.

Versichert sind die Sprösslinge also in jedem Fall, so wie die zu Hause arbeitenden Eltern auch (siehe FAQ Corona auf der VBG-Homepage) – aber sind sie auch sicher? Das Verlängerungs­kabel wird in einem unachtsamen Moment schnell zur Stolper­falle, und kündigt sich der nächste Videocall mit Kolleginnen und Kollegen an, bleibt die Tasse mit kochend heißem Tee­wasser schnell mal in greif­barer Nähe für Klein­kinder am Tisch­rand stehen. Vermeidbare Situationen, die schnell gefährlich werden können und denen man im gegen­wärtigen Alltag zu Hause mit guter Organisation begegnen kann. Denn: „Das Heraus­fordernde wird die Aufmerksamkeit sein. Wenn der Kopf noch in den Aufgaben des Jobs hängt, muss man sich um das Kind kümmern. Das kann zu Unachtsamkeiten und damit zu Unfall­gefahren führen“, warnt Christoph Stein, Leiter des Referats Arbeitssicher­heit bei der VBG.

Hilfreich: Die Aktion „Das sichere Haus“ des Deutschen Kuratoriums für Sicherheit in Heim und Freizeit e.V. (DSH) bietet Broschüren und weiteres Info­material für mehr Sicherheit zu Hause und in der Freizeit an. Ein kleiner Auszug an Tipps für die Unfall­vermeidung im Home­office:

  • Herumliegendes Spielzeug wird schnell zur Stolper­falle. Halten Sie Ihre Kinder dazu an, möglichst nur im eigenen Zimmer zu spielen.
  • Beenden Sie Ihre Arbeit im Home­office, wenn Sie kochen wollen und kleine Kinder im Haushalt leben. Heiße Speisen, die unbeaufsichtigt auf dem Herd stehen, sind eine ernst zu nehmende Gefahren­quelle.
  • Legen Sie genügend Pausen mit Dehn- und Streck­übungen ein. Improvisierte Home­office-Plätze sind oft ergonomisch nicht optimal. Das führt schnell zu Schulter- und Nacken­schmerzen.

Auf sich acht­geben

Neben dem stärkeren Fokus auf die Sicherheit der Kinder kommt es also auch darauf an, auf sich selbst zu achten. „Die Aufteilung der Räume auf die Familien­angehörigen, die alle zu Hause sind, führt zu unergonomischen Situationen, die Belastung und schnelle Ermüdung fördern“, so Arbeits­sicher­heits­experte Christoph Stein. Daher sei es wichtig, auf einen vernünftigen Stuhl zu achten, auf dem man auch einige Stunden sitzen kann. „Das ist ganz sicher nicht der Sessel oder die Couch im Wohnzimmer“, so Stein. Genauso wichtig sei eine gute Beleuchtung, die den Arbeits­platz hell aus­leuchtet, aber nicht blendet.

Tipp: Störungen und Unter­brechungen vermeiden

Wichtig für Eltern ist überdies, die Arbeit im Home­office so zu organisieren, dass Arbeits- und Betreuungs­zeiten sowie die eigene Freizeit möglichst nicht kollidieren. Das verringert die Unfall­gefahr, die nicht selten durch Stress verursacht wird, zusätzlich. VBG-Arbeits­psychologin Dr. Susanne Roscher rät: „Versuchen Sie, Störungen und Unter­brechungen während der Arbeit möglichst zu vermeiden. Je störungs­freier Sie arbeiten können, umso weniger Arbeits­unterbrechungen belasten Sie, die auf längere Sicht zu negativer Beanspruchung führen.“ Die Expertin empfiehlt weiter: „Ist es nicht möglich, durch­gängig störungs­frei zu arbeiten, blocken Sie sich hierfür zumindest drei Timeslots, in denen Sie Störungen und Unterbrechungen bewusst verhindern.“ Auch sei es gut, mit Familien­angehörigen zu besprechen, wann die Arbeitszeiten im Home­office sind. „Hier ist Geduld gefragt! Geben Sie nicht zu schnell auf und probieren Sie auch verschiedene Modelle aus. Ein Familien­rat zum Beispiel hat sich auch in solchen Fragen schon oft bewährt“, weiß die Expertin, die hier weitere Tipps für die sichere Arbeit im Home­office zusammen­gefasst hat.

Multitasking? Jetzt besser nicht

Gemeinhin wird Multitasking als besondere Fähigkeit gelobt. Fakt ist aber, dass es in Zeiten besonderer Heraus­forderungen nicht nur anstrengend, sondern darüber hinaus auch ungesund ist, mehrere Dinge gleich­zeitig zu tun. Ablenkungen wie Aufgaben im Haushalt auf das Arbeits­ende zu verschieben, ist daher ein kluger Schach­zug. Apropos: Hier kommen die Kinder wieder ins Spiel, sind sie doch vor allem eine willkommene Ablenkung von der stressigen Arbeit. Auch hier hat „Das sichere Haus“ in seinen Broschüren tolle Tipps in petto – etwa kreative Spiel­ideen für drinnen.

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