Zur Startseite
Zur VBG Startseite
Logo Certo
Mund-Nasen-Schutz auf Schreibtisch
Foto: VBG/Alexandra Beier

Pandemievorsorge im UnternehmenRegeln, die helfen

Das IT-Unternehmen SALT Solutions scheint in puncto Pandemievorsorge alles richtig gemacht zu haben. Selbst eine Infektion mit dem Coronavirus bei einem Mitarbeiter hatte dank der Einhaltung aller Sicherheitsmaßnahmen keine Konsequenzen für die anderen.

„Es geht uns den Umständen entsprechend recht gut“, berichtet Maximilian Brandl, Vorsitzender des Vorstands beim Würzburger IT-System-Haus SALT Solutions. „Gerade jetzt haben wir mehrere neue Aufträge erhalten“, berichtet er. „Unser großes Thema, die Digitalisierung, ist für viele Unternehmen im Zuge der Neuausrichtung ihrer Lieferkette in der Coronavirus-Pandemie noch interessanter geworden.“ Zu den Kundinnen und Kunden von SALT Solutions gehören Unternehmen aus der Luftfahrtbranche und auch Automobilhersteller. „Viele wollten diesbezüglich neue Projekte initiieren, dann wurden ihnen aber Budgets gestrichen, oder die Ansprechpartner und Ansprechpartnerinnen konnten die Projekte nicht stemmen, weil sie sich in Kurzarbeit befanden“, erinnert sich Brandl. SALT Solutions hatte ebenfalls Kurzarbeit für einige betroffene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beantragen müssen, die aber nun spätestens zum Ende des Jahres beendet werden kann. Dennoch hat sich im Arbeitsalltag der Beschäftigten vieles geändert, seit das Coronavirus Anfang März auch Deutschland lahmlegte.

Pfeile für Laufrichtung auf Flur

Keine Fehltritte: Pfeile markieren die Laufwege der Beschäftigten.

Foto: VBG/Alexandra Beier

Brandl und sein Team hatten damals besonnen reagiert und allen Beschäftigten schon frühzeitig die Möglichkeit gegeben, im Homeoffice zu arbeiten. Als die Infektionszahlen im Juni sanken, wurde ein umfassendes Hygienekonzept erstellt. Dabei wurde auch der Rat der VBG eingeholt. Aufsichtsperson Dr. Carina Jehn war im Juni beratend vor Ort und machte sich ein Bild davon, wie beim IT-Dienstleister der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard umgesetzt wurde. Certo war beim Termin dabei. „Das Unternehmen handelt vorbildlich“, so das Fazit der Expertin.

Erfolg dank Hybridmodell

„Damals war die Sachlage rund um das Thema noch sehr viel unklarer, als sie jetzt ist. Die Wissenschaft hatte gerade erste Indikationen darüber, wie die Übertragung des Coronavirus funktionierte“, berichtet Brandl. „Es herrschte viel Unsicherheit bezüglich des nötigen Abstands, der erforderlichen Lüftung sowie des Tragens von Masken. All das haben wir mit Frau Dr. Jehn diskutiert. Im Nachhinein hat sich so gut wie alles als richtig herausgestellt.“

Seit Juni praktiziert SALT Solutions ein „Hybrid-Officemodell“. Die Beschäftigten können unter Einhaltung des Hygienekonzepts zurück ins Büro kommen, wenn es notwendig ist. „Dies wird insbesondere für Kick-off-Meetings oder Workshops genutzt“, erklärt Brandl. Allerdings darf nur an maximal der Hälfte aller Plätze gleichzeitig gearbeitet werden. Eine digitale Plattform verschafft allen einen Überblick über die Auslastung der Räumlichkeiten. „Da wir ein IT-Unternehmen sind, verfügen wir über eine Vielzahl an Tools, die uns die Zusammenarbeit hier erleichtern.“

Mann betritt mit Maske Büro
Im Sommer hatte VBG-Aufsichtsperson Dr. Carina Jehn Geschäftsführer Maximilian Brandl ausführlich beraten. Foto: VBG/Alexandra Beier

Anfang Oktober gab es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen einen Schreckmoment: „Wir hatten einen zweitägigen Workshop mit zehn Teilnehmenden in unseren Räumlichkeiten abgehalten. Natürlich hatten wir unseren größten Raum dafür gebucht, in dem wir sonst bei Veranstaltungen – eng bestuhlt – gern bis zu 100 Menschen unterbringen, und penibel darauf geachtet, dass alle auf dem Weg in die Pausen ihre Masken trugen“, erinnert sich Brandl. Gemeinsam benutzte Gegenstände, Türklinken und Tische wurde regelmäßig desinfiziert. „Am zweiten Workshop-Tag ging es einem Teilnehmer gesundheitlich nicht gut. Nach einem Arztbesuch erhielt er einen Tag später ein positives Coronavirus-Testergebnis. Er hatte sich im privaten Umfeld infiziert.“ Die Einhaltung der Vorsichtsmaßnahmen erwies sich als äußerst sinnvoll. „Nach der erforderlichen Quarantäne stellte sich heraus, dass sich niemand angesteckt hatte“, so Brandl. „Das war für uns eine Bestätigung, dass die Regeln auch wirklich helfen, die Pandemie einzudämmen. Wir blicken den nächsten Monaten daher optimistisch entgegen“, sagt Brandl.

Im VBG-Podcast „Hör dich sicher“ finden Sie hilfreiche Tipps für die Arbeit im Homeoffice und im Büro.

Zum Podcast

Digitaler und persönlicher Austausch

Was allen fehlt, ist der persönliche Austausch. Aber wer sollte hier erfinderisch werden, wenn nicht ein Digitalunternehmen? Die bereits im März eingeführten Podcasts der Unternehmensleitung sind ein festes Element in der Kommunikation mit den Beschäftigten geworden. Wenn es anfangs um Coronavirus-typische Themen ging, wird heute auch über strategische Entscheidungen und Entwicklungen gesprochen. Etwa der Verkauf des Unternehmens an die Unternehmensberatung Accenture, der Ende Oktober stattfand. „Auch in diesem Zusammenhang war unser Hygienekonzept ein großes Thema“, verrät Brandl. Seit der Übernahme gelten auch bei SALT Solutions die Accenture-Vorschriften, die, insbesondere was die Dokumentationspflichten angeht, noch etwas strenger sind als die deutschen. Brandl: „Wir mussten aber lediglich zusätzliche Desinfektionsmittelspender sowohl für Hände als auch für Oberflächen zum Beispiel bei der Kaffeemaschine oder beim Kopiergerät aufstellen.“ Über eine virtuelle Kollaborations-Plattform halten alle Teams regelmäßig ihre Meetings ab. Dort gibt es auch einen „Kaffeekanal“, in dem sich Beschäftigte informell treffen, um sich – wie früher in der Büroküche – bei einer Tasse Kaffee auszutauschen.

Veröffentlicht am

Das könnte Sie auch interessieren

Certo durchsuchen...