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Bürosituation
Foto: VBG/Alexandra Beier

Pandemievorsorge im KonzernEine Allianz für Sicherheit und Gesundheit

Der Versicherungskonzern Allianz hat sich seit Ende Januar 2020 auf mögliche Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus vorbereitet, verschiedene Szenarien durchgespielt und eine mehrstufige Strategie zum Umgang mit der Pandemie entwickelt. Die Certo-Redaktion hat das Unternehmen Anfang Oktober 2020 besucht und gibt einen Einblick, wie der Großkonzern in Pandemiezeiten für Sicherheit und Gesundheit seiner Beschäftigten sorgt.

Thomas Summer

Fürs Foto kurz ohne Maske: Thomas Summer ist leitender Sicherheitsingenieur und der Mann hinter dem Pandemie-Plan der Allianz Deutschland.

Foto: VBG/Alexandra Beier

„Wie Sie sehen, ist es hier gerade recht leer“, erklärt Thomas Summer, während er durch einen der Bürotrakte der Allianz Deutschland in Unterföhring führt. „Dabei gab es in den letzten Monaten auch Tage, an denen es belebter war.“ Normalerweise arbeiten rund 7.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am mit rund 390.000 Quadratmetern weltweit größten Allianz-Standort am nordöstlichen Stadtrand Münchens. Summer ist als leitender Sicherheitsingenieur tätig.

Wie viele Beschäftigte aktuell ins Büro kommen dürfen, korreliert mit dem Infektionsgeschehen: „In der Spitze haben rund 90 Prozent unserer Beschäftigten von zu Hause gearbeitet“, ergänzt Christina Bersick, Head of Corporate Communications der Allianz Deutschland. „Wir gehen deshalb davon aus, dank der Erfahrungen der letzten acht Monate auch für künftige Herausforderungen gut gerüstet zu sein.“

Technische Voraussetzungen

„Unser Glück war, dass wir technisch schon seit einem guten Jahr für mobile Arbeit ausgestattet sind und bereits sehr frühzeitig eine Vielzahl von Maßnahmen zum Schutz vor dem Virus ergriffen haben“, erklärt Thomas Summer. Was Quarantänemaßnahmen, Reisebeschränkungen, persönliche Treffen und das Homeoffice angeht, sei das Unternehmen quasi immer „vor der Welle“ geschwommen. „Wir haben das Risikogeschehen bereits sehr früh verfolgt und früh zu Beginn der Pandemie einen Krisenstab unter der Leitung eines Vorstandsmitglieds eingerichtet, in dem verschiedene fachliche Einheiten sowie die Arbeitnehmervertreter-Gremien vertreten sind.“

Gesperrter Gemeinschaftsraum
Leider Sperrzone: Die Gemeinschaftsräume sind seit März gesperrt. Foto: VBG/Alexandra Beier
Coronavirus-Booklets
Kompakte Infos: Ins Büro Zurückkehrende erhalten ein eigenes Coronavirus-Booklet. Foto: VBG/Alexandra Beier
Christina Bersick geht mit ihren Arbeitsutensilien an ihren Platz für den Tag
Das Büro in der Kiste: Christina Bersick, Head of Corporate Communications der Allianz Deutschland, geht mit ihren Arbeitsutensilien an ihren Platz für den Tag. Foto: VBG/Alexandra Beier
Lärm und Infektionsschutz
Lärm und Infektionsschutz: Die herausnehmbaren Plexiglaswände dienen beiden Zwecken. Foto: VBG/Alexandra Beier
Stehschreibtisch
Stehend arbeiten: Thomas Summer hat seinen Schreibtisch hochgefahren. Foto: VBG/Alexandra Beier
Meeting
Meeting mit Maske: Auch in den Besprechungsräumen bleibt der Mund-Nasen-Schutz auf. Foto: VBG/Alexandra Beier
Sitzplan
Thomas Summer, leitender Sicherheitsingenieur der Allianz Deutschland, vor der Bürobelegungsübersicht: Nur jeder zweite Platz kann genutzt werden.

Anfang April wurde zudem eine unternehmensinterne Taskforce, bestehend aus Betriebsärztinnen und -ärzten und Fachkräften für Arbeitssicherheit, eingerichtet. Diese erstellte für den Krisenstab der Allianz eine umfangreiche Gefährdungsbeurteilung gemäß dem vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales herausgegebenen SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard. Daraus wurden konkrete Maßnahmen abgeleitet, die unter Berücksichtigung des sogenannten TOP-Prinzips – zunächst technische, dann organisatorische, zuletzt personenbezogene Maßnahmen – in allen Stufen der Pandemie entsprechende Anwendung fanden. Als technische Maßnahmen gelten beispielsweise die Festsetzung des Mindestabstands von 1,5 Metern beziehungsweise die Kenntlichmachung von Stehflächen durch Klebeband. Organisatorische Maßnahmen sind Planungen, die gleichzeitige Anwesenheiten in den Büroräumlichkeiten vermeiden. Unter personenbezogenen Maßnahmen sind das Händewaschen, in die Armbeuge zu niesen etc. zu verstehen. „Bei allen Maßnahmen stand und steht die Gesundheit der Mitarbeitenden an erster Stelle. Diesbezüglich greifen wir gern auf die Expertise der VBG zurück“, verrät Summer.

Im Gespräch bleiben

„Uns hat auf jeden Fall geholfen, dass wir von Anfang an sehr viel kommuniziert haben. Seit Beginn der Krise geben wir in unserem Intranet ein regelmäßiges Update zur Situation“, führt Christina Bersick aus. Schon wer seinen Computer hochfährt, findet die wichtigsten Hinweise gleich auf dem Startbildschirm. Auch die seelische Gesundheit wird thematisiert: In einer Rubrik erzählen Beschäftigte, wie es ihnen im Homeoffice geht.

Thomas Summer mit Maske

Maske mit Branding: Alle Allianz-Beschäftigten wurden mit jeweils drei Masken versorgt.

Foto: VBG/Alexandra Beier

Zu Beginn der Pandemie haben alle Beschäftigten von der Allianz drei Masken nach Hause geschickt bekommen. „Das ist gut angekommen, weil Masken ja insbesondere am Anfang sehr schwer zu bekommen waren“, so Thomas Summer. Auch auf mobiles Arbeiten war das Unternehmen gut vorbereitet. „Für die Allianz Deutschland haben wir uns mit einem Projekt zum ‚Neuen Arbeiten‘ bereits in den vergangenen Jahren auf die flexible Arbeitswelt der Zukunft vorbereitet: Schon vor der Coronavirus-Pandemie hatten wir bereits eine Betriebsvereinbarung, die jedem Mitarbeitenden ermöglicht, freiwillig 40 Prozent der Arbeitszeit im Homeoffice zu verbringen.“

Summer öffnet die Tür zu einem geräumigen Open-Space-Raum. „2019 wurden die Flächen neu aufgeteilt. Statt der klassischen Einzel-, Zweier- und Großraumbüros umfasst das neue Konzept unterschiedliche Zonen: Für die einzelnen Tätigkeiten gibt es verschiedene Arbeitsorte, in denen unsere Beschäftigten zusammenarbeiten können, es gibt aber auch Rückzugsräume zum konzentrierten Arbeiten oder Lounge-Bereiche für Brainstormings“, berichtet Summer. „Die Lounges sind allerdings zurzeit leider gesperrt, da wir dort die strikten Coronavirus-Hygienevorschriften nicht einhalten könnten.“ Überhaupt ist es leer, nur an einzelnen Schreibtischen wird gearbeitet. „Gerade in den ersten Wochen der Pandemie wirkten die Büros wie eine veränderte Welt“, erinnert sich Summer. „Alles war leer, überall gab es Absperrungen, Warnschilder und Hinweise.“ Die Betriebsrestaurants wurden sukzessive geschlossen, stattdessen wurden Lunchpakete ausgegeben. Auch die Sozialräume und Sportstätten hatten zu.

Mehr Informationen rund um das Thema Homeoffice finden Sie hier:

www.vbg.de/homeoffice

Digitalisierung ist Trumpf

Die Allianz hat die letzten Monate genutzt, um auf der Basis der Erfahrungen des mobilen Arbeitens während der ersten Monate der Pandemie digitale Transformationsprojekte weiter auszubauen. Das Unternehmen geht davon aus, dass die Arbeitswelt nach der Pandemie deutlich anders aussehen wird als davor, gerade was das mobile Arbeiten anbelangt, das zunehmen wird. Derzeit hängt alles von der weiteren Entwicklung des Infektionsgeschehens ab.

Mitarbeiter auf Flur

Pandemiekonforme Organisation: In den Schließfächern im Flur bewahren die Beschäftigten ihre persönlichen Arbeitsgegenstände auf.

Foto: VBG/Alexandra Beier

Zwischenzeitlich sah es schon mal anders aus: Als im Sommer die Fallzahlen zurückgingen und die Lage sich etwas entspannte, konnten mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als zuvor ins Büro kommen – und die Wiedersehensfreude war groß. Um den Beschäftigten eine kompakte Information zu den Coronavirus-Maßnahmen und Verhaltensregeln zu geben, wurde ein zwölfseitiges Booklet erstellt. Das richtige Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes, die Abstandsregeln und Vorgaben zum Lüften werden dort anschaulich beschrieben. Aufgrund der sich seit September wieder deutlich verschärfenden Situation in Deutschland ist die Allianz nun wieder einen Schritt zurückgegangen.

Zusammengehörigkeit fühlen

Wie es weitergehen wird, ist schwer planbar. „Wir möchten den Beschäftigten eine Art Planungssicherheit geben. Gleichzeitig fahren wir auf Sicht. Wir müssen uns ausschließlich danach richten, was im Rahmen der Pandemie möglich ist“, so Bersick. Zeitliche Vorgaben enthält die Strategie der Allianz daher nicht. „Viele hatten im Hochsommer erwartet, dass wir quasi in die ‚Normalität‘ wechseln können. Wir sehen jetzt aber, dass es gut war, nicht zu schnell vorzupreschen“, berichtet Summer.

Dem Sicherheitsingenieur ist trotz aller Widrigkeiten auch etwas ganz besonders positiv aufgefallen: „Die Zusammenarbeit jener, die hier im Unternehmen mit der Krise zu tun haben, funktioniert wirklich sagenhaft gut. Wir fühlen uns in dieser Krise, in der wir uns alle so selten sehen, extrem zusammengehörig“, so Summer. Er ist deshalb optimistisch: „Ich glaube, wir können das hier ganz gut bewältigen.“

Ausgezeichnet: Gesundheit mit System

Die Allianz Deutschland hat 2020 ihre Gesundheitsstrategie neu entwickelt. Das im Unternehmen etablierte Betriebliche Gesundheitsmanagement bildet die 7 Schritte von „GMS - Gesundheit mit System“ der VBG ab. Dafür hat die Allianz Ende 2020 die Bescheinigung „Gesundheit mit System“ von der VGB erhalten.
Weitere Infos: www.vbg.de/gms

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