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Bauarbeiter
Foto: Sibelco Deutschland

Investitionen in Arbeitssicherheit und GesundheitsschutzNull Unfälle! Null Verletzungen!

Das Rohstoffunternehmen Sibelco setzt alle Hebel in Bewegung, um Arbeitsunfälle und Sachschäden gänzlich zu vermeiden. Dabei helfen vor allem intelligente technische Lösungen. Einige von ihnen wurden jüngst im Rahmen des Prämienverfahrens der VBG gewürdigt. Ein Engagement, das dabei helfen soll, die nächsten 150 Jahre des Traditionsunternehmens zu sichern.

Zur Freude vieler zeigt er sich in schier unerschöpflicher Menge in Wüsten, an Stränden, auf Spiel­plätzen. Doch im Verborgenen steckt er in so viel mehr, was uns umgibt: in Gebäuden, in Solar­panels auf dem Dach, im Handy­display, in der Zahn­pasta, in Computer­chips, auf dem Ceran­koch­feld, ja gar in unseren Jeans­hosen. Sand ist nach Wasser der meist­verbrauchte Rohstoff der Welt, und als solcher bildet er gemeinsam mit Silikaten – der bedeutendsten Gruppe der gesteins­bildenden Minerale – das Kern­geschäft der 1872 gegründeten Sibelco-Gruppe mit Stammsitz im belgischen Antwerpen. „Als Unternehmen sind wir in den aller­meisten Dingen, die einen zu Hause umgeben, drin“, übertreibt Valentin Munsch in keiner Weise.

Valentin Munsch

Valentin Munsch ist als Safety & Health Business Partner Germany & Czech Republic für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz bei Sibelco zuständig.

Foto: Sibelco Deutschland

Um das begehrte Material zu gewinnen, sind viele Arbeits­schritte nötig. „Wir schaffen einen künstlichen See, der geflutet wird, dann saugen spezielle Bagger den Boden ab und transportieren das Sand-Wasser-Gemisch in die Auf­bereitungs­anlagen. Dort wird der Sand getrocknet, gemahlen, durch chemische Prozesse je nach Kunden­wunsch veredelt“, erklärt Munsch, der als Leiter Arbeits­sicherheit und Gesundheits­schutz für die Regionen Deutschland und Tschechien zuständig ist. Der gewonnene Quarz­sand geht dann als Füll­stoff in die Betonindustrie oder wird im Bereich Umwelttechnologien zum Reinigen von Wasser eingesetzt. Sibelco gewinnt aber auch Ton, vornehmlich im Wester­wald zwischen Frankfurt und Köln, dem Herzstück der Ton­industrie. Das Material kommt vor allem in der Keramik­branche zum Einsatz. Bevor der Rohstoff jedoch zur Produktion von Dach­ziegeln, Spül­becken oder Fliesen verarbeitet wird, wird er in mehrere Hektar großen Gruben mit Baggern gefördert, auf Lkw geladen, zerkleinert und entsprechend seiner Verwendung mit unterschiedlichen weiteren Stoffen gemischt.

Noch mehr Sicherheit im Bergbau

Im Unternehmen werden sehr unterschiedliche Tätigkeiten verrichtet: zum Beispiel die Handhabung von Maschinen – im Tagebau manövrieren Fahrerinnen und Fahrer Raupen, Bagger und Dumper, das sind groß dimensionierte Last­kraft­wagen für den Abtransport von Material, gekonnt durch das unebene Gelände. Anspruchs­volle Tätigkeiten, die enorm viel Vorsicht und Umsicht erfordern – und die durch Maßnahmen zur Arbeits­sicherheit zusätzlich abgesichert werden. Valentin Munsch setzt die Mess­latte hier sehr hoch: „Ich möchte die Sicherheit bei Sibelco auf das höchste Niveau seit Bestehen des Unternehmens heben!“

Dafür setzt Sibelco – noch immer in Familien­hand und inzwischen in 34 Ländern vertreten – auch auf clevere technische Lösungen. Geschlossene klimatisierte Fahrer­kabinen schützen die Fahrerinnen und Fahrer vor Staub, der durch Vehikel und Wind aufgewirbelt wird. Und jenen Kolleginnen und Kollegen, die etwa Schweiß- und Schleif­arbeiten verrichten, stehen neu­artige Gebläse­helme zur Verfügung. Sie sind mit einem Visier ausgestattet und an eine Pumpe angeschlossen, die die staubige Luft filtert und saubere in den Kopfteil befördert.

Bauarbeiter
Das abgebaute Material wird per Förderband zur Weiterverarbeitung transportiert, hier auf der Petschmorgen in Moschheim. Foto: Sibelco Deutschland

Mit dieser Innovation und weiteren im Prämienkatalog für die Branche Glas beschriebenen Maßnahmen im Portfolio reichte Valentin Munsch am 31. Januar 2020 seinen Antrag fristgemäß für das Prämien­jahr 2019 bei der VBG ein. Das Prämien­verfahren wurde 2015 für Mitglieds­unternehmen besonders unfallträchtiger Branchen eingeführt und seitdem regel­mäßig weiter­entwickelt. Die VBG beteiligt sich an den Investitions­kosten von Unternehmen für unfall­verhütende und gesundheits­erhaltende Maßnahmen, die über die rechtlichen Verpflichtungen hinaus gehen.

20.000 Euro Prämie für ein Plus an Engagement

Am 1. April 2020 flatterte frohe Post von der VBG ins Haus. Sie prämierte das Unternehmen mit rund 20.000 Euro für die im Vorjahr getätigten Investitionen für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. „Die Kategorien sind sehr genau beschrieben und mit Beispielen untermauert. Daher waren wir uns schon sehr sicher, dass wir gut aufgestellt sind“, so Munsch. Lediglich für eine der eingereichten Maßnahmen, ein Radar­system mit automatischer Bremsung für Radlader, Dumper und Co., gab es im damaligen Katalog keine passende Kategorie. „Die wurde nach unserer Einreichung jedoch in den aktualisierten Prämienkatalog 2020 aufgenommen“, berichtet Munsch stolz.

Der Großteil der Prämie entfällt laut Munsch auf Personen­erkennungs­systeme, darunter beispielsweise Rück­fahr­kameras, gefolgt von gesundheitsfördernden Maßnahmen wie Ergonomie­beratung und den Gebläsehelmen sowie speziellen Korrektions­schutz­brillen. Valentin Munsch: „Beim Betreten unserer Standorte ist eine persönliche Schutz­ausrüstung Pflicht, darunter fallen auch Schutzbrillen. Für Brillen­trägerinnen und Brillen­träger sind gängige Überschutz­brillen brand­gefährlich, da sie durch doppeltes Glas nicht gut sehen können. Unsere Korrektions­schutz­brillen sind individuell auf die jeweilige Sehstärke angepasst.“

Bagger
Beim Tonabbau auf der Hohewiese in Siershahn ist stets schweres Gerät im Einsatz. Foto: Sibelco Deutschland

Sicherheit an erster Stelle

Die Prämie der VBG empfindet er als Honorierung aller Bemühungen. „Wir wollen nicht daran verdienen, sondern noch mehr Sicherheit erzeugen. Dank dieser Auszeichnung lässt sich intern viel leichter dafür werben, weiter in Arbeitssicherheit und Gesund­heits­schutz zu investieren“, ist Munsch überzeugt. Schließlich lautet das Ziel bei Sibelco: null Unfälle! Null Verletzungen! Dafür wurde eigens das Programm „going for zero“ aufgesetzt. „Jeder soll unseren Standort genauso gesund verlassen, wie er ihn betreten hat“, lautet das Credo.

Bauarbeiter

Begehungen auf den Gruben gehören zum Arbeitsalltag – hier auf der Petschmorgen in Moschheim.

Foto: Sibelco Deutschland

Mit seinen erst 31 Jahren ist Valentin Munsch schon sehr erfahren. Der Wirtschafts­ingenieur war am Anfang seines Berufs­lebens viel in der Prozess- und Anlagenplanung tätig. Bevor er vor sechs Jahren zu Sibelco wechselte, beriet er als Sicherheitsingenieur verschiedene Konzerne. Ob es ein Problem war, seiner­zeit bei dem Roh­stoff­unternehmen als Branchen­fremder anzuheuern? „Das war eher von Vorteil. Ich konnte meine vielfältigen Erfahrungen, die ich in der optischen, der Auto­mobil- und der Luft­fahrt­industrie gesammelt hatte, direkt einbringen und viele Maßnahmen implementieren.“

Bei 37 aktiven Standorten, die in den Verantwortungs­bereich von Valentin Munsch fallen, sei es nicht leicht, alle Sicher­heits­ziele von jetzt auf gleich über­all zu erreichen. „Das dauert mitunter Jahrzehnte, zumal unser Unternehmen stetig wächst“, so Munsch. „Aber alles, was wir unternehmen, ist lang­fristig und nach­haltig ausgelegt. Als Berg­bau­unternehmen möchten wir auch in 150 Jahren bestehen. Und das wird nur gelingen, indem wir die hohen Anforderungen unserer Kundinnen und Kunden erfüllen und mit Ressourcen schonend umgehen, neueste Technologien einsetzen und uns um die Sicherheit und Gesundheit unserer Kolleginnen und Kollegen bemühen“, ist Valentin Munsch überzeugt.

Die Antragsfrist für das Prämienjahr 2020 endet am 11.02.2021. Sie haben Fragen zum Prämien­verfahren? Dann rufen Sie gerne an: 040 5146 7778.
Weitere Infos gibt es auf www.vbg.de/praemie.

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