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Foto: VBG/Jochen Schievink

Interessierte SelbstgefährdungAchtung, Gesundheit!

Gesundheit ist das höchste Gut. Trotzdem überschreiten viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Berufsalltag ihre Belastungsgrenzen. Weil sie das Arbeitspensum und die Zielvereinbarungen schaffen oder dem Konkurrenzdruck standhalten wollen, gefährden sie – zunächst unbemerkt – ihre Gesundheit. Ein Phänomen, das die Wissenschaft „Interessierte Selbstgefährdung“ nennt. Sechs Warnsignale, auf die Führungskräfte und Beschäftigte achten sollten.

1. Grenzenlos und temporeich

Illu Urlaub
Foto: VBG/Jochen Schievink

Die Flexibilisierung der Arbeit bietet viele Frei­räume. Home­office und mobile Geräte ermöglichen es, an fast jedem Ort zu fast jeder Zeit zu arbeiten – auch im Urlaub. Die negative Seite der Verschränkung von Freizeit und Job: Wird zugunsten der Arbeit auf Pausen und Erholungs­phasen verzichtet, leidet die Gesund­heit. Auch ein sehr hohes Arbeits­tempo kann schaden. Intensiv und tempo­reich arbeitende Leute verzichten – auch aus Zeit­gründen – auf den Austausch und die gegen­seitige Unter­stützung im Team. Ein deutliches Warn­signal!

Was Beschäftigte gegen das Ausdehnen der Arbeitszeit tun können, erklärt VBG-Arbeitspsychologin Elisa Bradtke im Praxistipp der Serie zur „Interessierten Selbstgefährdung“. In diesem Tipp erläutert sie die Wichtigkeit von Pausen.

2. Qualität im Sinkflug

Illu Hohe Arbeitspensum
Foto: VBG/Jochen Schievink

Wer aufgrund des hohen Pensums beginnt, Abstriche bei der Arbeits­qualität zu machen, reduziert zwar kurz­fristig den Druck, muss mittel­fristig jedoch mit negativen Konsequenzen rechnen. Wird der Qualitäts­anspruch an die eigene Arbeit unter­laufen, kann die Psyche leiden. Unzufriedene Kunden und Vor­gesetzte werden billigend in Kauf genommen. Ein Verhalten, das es zu vermeiden gilt. Ziele sollten so gesetzt sein, dass sie in der vor­gegebenen Zeit bei guter Qualität zu erreichen sind.

Und wie setzt man das durch? VBG-Arbeits­psychologin Elisa Bradtke erklärt es im Praxistipp.

3. Krank am Schreibtisch

Illu Krankheit
Foto: VBG/Jochen Schievink

„Präsentismus“ ist der Fach­begriff für ein Phänomen, das in vielen Büros Realität geworden ist. Beschäftigte arbeiten trotz Krank­heit oder verzichten zugunsten der Arbeit auf eine ausreichende Regeneration. Ein Risiko für alle Beteiligten: Arbeits­qualität und Gesundheit der oder des Betroffenen leiden, das Unfallrisiko am Arbeits­platz steigt. Führungs­kräfte sollten ihren Beschäftigten ein Vorbild sein, selbst nicht krank zur Arbeit erscheinen und Präsentismus nicht akzeptieren.

Wie schafft man den Sprung aus der Theorie in die Praxis?

4. Problematischer Konsum

Illu Sucht
Foto: VBG/Jochen Schievink

Ein Energydrink in der Mittags­pause, ein Glas Rotwein zur Entspannung nach Feier­abend – wer aufgrund einer zu hohen Arbeits­belastung regel­mäßig stimulierende oder entspannende Substanzen wie etwa Alkohol, Medikamente oder Auf­putsch­mittel konsumiert, ist lang­fristig sucht­gefährdet und stellt zudem ein Sicher­heits­risiko am Arbeits­platz dar. Führungs­kräfte und Kolleginnen beziehungs­weise Kollegen sollten ein vertrauliches Gespräch mit Betroffenen suchen und sie auf wahr­genommene Veränderungen ansprechen.

Prävention entscheidet! Wie Führungskräfte handeln können, bevor ein Problem entsteht, erläutert Elisa Bradtke hier. Plus: Strategien für gesunde Erholung.

5. Gefahrenzone Arbeitsplatz

Illu Arbeits- und Gesundheits­schutz
Foto: VBG/Jochen Schievink

Umgehen Angestellte regel­mäßig Sicher­heits- und Schutz­standards, obwohl ihnen die Regelungen zum Arbeits- und Gesundheits­schutz bekannt sind, kann es zur Gefährdung der eigenen Gesund­heit oder der Gesund­heit anderer kommen. Hier müssen Vor­gesetzte handeln und gegebenen­falls disziplinarische Maß­nahmen ergreifen.

Wie beugt man vor? VBG-Arbeitspsychologin Elisa Bradtke gibt Tipps.

6. Folgenreiches Vortäuschen

Illu Depression
Foto: VBG/Jochen Schievink

Trotz Überlastung suggerieren manche Betroffene weiter­hin eine hohe Leistungs­fähig­keit. Sie über­nehmen zusätzliche Arbeits­auf­gaben, machen beschönigende Angaben zu Projekt­ständen, um die eigene Über­forderung zu vertuschen. Ein Verhalten, das den Druck zwar kurz­fristig reduziert, lang­fristig jedoch der eigenen Gesund­heit und dem beruflichen Erfolg schadet.

Wie man mit dem sogenannten „Faking“ umgeht, erläutert VBG-Arbeitspsychologin Elisa Bradtke hier.

Poster "Achtung Gesundheit"
Foto: VBG/Jochen Schievink

Download

Laden Sie sich das Poster „Achtung, Gesundheit“ zur Interessierten Selbstgefährdung hier herunter.

 

Orangenes Logo Mitdenken 4.0

Die Arbeitswelt im Umbruch verlangt nach neuen Ansätzen, um Gesundheit und Motivation der Beschäftigten mit betrieblichen Not­wendig­­keiten sinnvoll zu vereinen. Das Projekt Mitdenken 4.0 – Neue Präventions­ansätze für Arbeits­­prozesse in der Büro- und Wissens­­arbeit“​​​​​​​ forscht hier an Lösungen.

 

Broschüre: Fachwissen "Führen durch Ziele"

Weitere Infos zum Thema finden Sie in der VBG-Broschüre „Führen durch Ziele. Chancen und Risiken indirekter Steuerung“

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