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Foto: istock/venimo

ArbeitsorteHybrides Arbeiten – was Chefinnen und Chefs jetzt wissen müssen

Heute hier, morgen dort: Die neue Normalität ist in der Arbeitswelt angekommen. Was Unternehmerinnen und Unternehmer beachten sollten, hier im Überblick.

Die Coronapandemie verändert unsere Arbeitswelt langfristig. Hybride Arbeits­formen entwickeln sich zur neuen Normalität. Damit das gelingt, müssen sich Unter­nehmerinnen und Unternehmer mit vielen Aspekten beschäftigen.

Wie ist die Rechtslage?

Der Verlauf der Coronavirus-Pandemie hat dazu geführt, dass die Bestimmungen der SARS-CoV-2-Arbeits­schutz­verordnung und der SARS-CoV-2-Arbeits­schutz­regel am 25. Mai 2022 aufgehoben wurden. Das hat das Bundes­ministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) entschieden. Damit sind die Unternehmen gefordert, auf der Grundlage des Arbeits­schutz­gesetzes und des Infektions­schutz­gesetzes die Gefährdungs­beurteilung im Hinblick auf erforderliche betriebliche Infektions­schutz­maßnahmen zu aktualisieren.

Was das für die Unternehmen bedeutet erklären wir hier.

Was genau bedeutet eigentlich Homeoffice?

Auch wenn das Wort Homeoffice in aller Munde ist: Der richtige Ausdruck für die Art und Weise, wie viele Beschäftigte aktuell arbeiten, lautet „mobile Arbeit“. Der Gesetzgeber differenziert zwischen diesem – orts­unabhängigen – Arbeiten und der sogenannten „Tele­arbeit“ an einem festen Arbeits­platz außerhalb des Betriebs. Für beide gelten grundsätzlich unterschiedliche gesetzliche Vorgaben. Den Unterschied erklären wir hier.

Wie muss das Homeoffice ausgestattet sein?

Das Gesetz betrachtet das Homeoffice als eine Form des mobilen Arbeitens und nicht als sogenannten Tele­arbeits­platz. Daher gelten nicht alle Vorgaben der Arbeits­stätten­verordnung, was die Pflichten der Arbeit­gebenden angeht. Grundsätzlich sollten Unternehmen mit ihren Beschäftigten über deren jeweilige Situation und ihre Bedürfnisse sprechen. Besonders das Thema Ergonomie ist dabei wichtig. Wissen Sie beispiels­weise, wie groß der Abstand zwischen Augen und Monitor sein sollte, damit Beschäftigte ermüdungs­frei arbeiten können? Er sollte zwischen 50 und 70 Zentimeter betragen. Weitere handfeste Tipps für eine gesunde Arbeits­umgebung im Homeoffice geben ein Überblick im Poster­format oder unser Video. Viele Ideen, die im Büro für die nötige Bewegung sorgen, sind auch im Homeoffice umzusetzen. Die Arbeit im Homeoffice muss übrigens auch in der Gefährdungs­beurteilung berücksichtigt werden, zu deren Erstellung jedes Unternehmen verpflichtet ist.

Einen guten Überblick über die Voraussetzungen für das Arbeiten im Homeoffice sowie die Gestaltung des Arbeits­platzes gibt außerdem die VBG-Fach­information „Arbeiten im Homeoffice“.

Wie sieht es mit dem Versicherungs­schutz aus?

Seit Mitte Juni 2021 sind Beschäftigte, die im Homeoffice einen Unfall erleiden, genauso wie im Unternehmen versichert. „Wenn zum Beispiel eine versicherte Person im Homeoffice Durst bekommt und sich Wasser zum Trinken aus der Küche holen muss, um weiter­arbeiten zu können, besteht Versicherungs­schutz, wenn sie auf dem Weg dahin stolpert und sich den Fuß bricht. Auch unmittelbare Wege zu und von dem Ort, wo Versicherte wegen ihrer beruflichen Tätigkeit ihre Kinder zur Betreuung fremder Obhut anvertrauen, also zum Beispiel zum Kinder­garten oder zur Kita, sind nunmehr versichert“, erklärt VBG-Rechts­expertin Christine Ramsauer. Mehr Infos gibt es im Kurz­interview. Einen kompakten Überblick bietet auch unser Poster.

Wie führen trotz räumlicher und zeitlicher Distanz?

Für Unternehmerinnen und Unternehmer ist es besonders wichtig, die psychische Gesundheit ihrer Beschäftigten auch auf Distanz zu stärken – und selbst gesund zu bleiben. Die Lösung liegt hier in guter Kommunikation und in verlässlichen Strukturen. Im Homeoffice arbeiten Beschäftigte nicht nur an einem anderen Ort, häufig verschieben sich auch ihre Arbeits­zeiten aufgrund anderer Verpflichtungen oder persönlicher Präferenzen. „Für Unternehmen gilt es, die Vorteile der Erreichbarkeit auszuschöpfen und gleichzeitig die belastenden Faktoren für die Betroffenen zu minimieren“, weiß VBG-Arbeits­psychologin Susanne Roscher. Sie gibt fünf konkrete Tipps für die Regelung von Erreichbarkeit im Homeoffice. Auf der anderen Seite findet die Zusammen­arbeit in virtuellen Teams so statt, als ob es beim Zusammen­wirken zwischen mehreren Personen keine Distanz geben würde. Wie Führungs­kräfte diesen Widerspruch lösen können, verraten unsere FAQ.

Wird die Mischung aus Präsenz­pflicht und Homeoffice die neue Normalität?

Dass die technischen Möglichkeiten der Digitalisierung auch nach dem Abflauen der Pandemie dafür sorgen, dass die tägliche Präsenz­pflicht nicht mehr nötig ist, davon ist der Düsseldorfer Homeoffice-Forscher Prof. Dr. Stefan Süß überzeugt. Er spricht sich für eine ausgewogene Mischung von Büro- und mobiler Arbeit aus. Der Wissenschaftler warnt davor, den Faktor Identitäts­bildung zu unter­schätzen.

Viele Betriebe verändern als Folge der Pandemie-Erfahrungen ihre Arbeits­platz­konzepte und richten sich vermehrt auf hybrides Arbeiten ein. „Menschen brauchen im Betrieb Raum für zufällige Begegnungen, weil dort das Miteinander gepflegt wird und neue Verbindungen und Ideen entstehen können“, sagt Helmut Link, Vorsitzender des Industrie­verbands Büro und Arbeits­welt (IBA). Im Interview berichtet er, wie wichtig bei der Raum­planung attraktive Kommunikations­flächen in Form von Kaffee­tischen und Lounge-Ecken sind. Er stellt außerdem eine zunehmende Professionalisierung der heimischen Arbeits­plätze fest.

Wie gelingen hybride Meetings?

Wenn sich einige Kolleginnen und Kollegen im Büro, andere im Homeoffice befinden, hat dies auch Auswirkungen auf die Meeting-Struktur. Wer im Büro ist, nutzt sicherlich die Gelegenheit für ein persönliches Treffen. Bleiben die anderen dann außen vor? Certo hat einige Tipps dafür, wie sich diejenigen, die nicht vor Ort sind, integrieren lassen und wie hybride Meetings zielführend gestaltet werden können. Dabei gilt grundsätzlich: „remote first“. Wie das geht, erfahren Sie hier.

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