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Zu Hause arbeitenHome, sweet Homeoffice – was Chefinnen und Chefs jetzt wissen müssen

Certo befasst sich in zahlreichen Beiträgen mit dem Homeoffice. Was Unternehmerinnen und Unternehmer alles beachten sollten, finden sie hier in der Übersicht.

Die Coronavirus-Pandemie stellt unsere Arbeitswelt auf den Kopf. Seit über einem Jahr versuchen Unternehmen aller Branchen, möglichst vielen Beschäftigten die Arbeit im Homeoffice zu ermöglichen. Ein komplexes Unterfangen, das mit vielen Aspekten verbunden ist.

Wie ist die Rechtslage?

Auch wenn das Wort Homeoffice in aller Munde ist: Der richtige Ausdruck für die Art und Weise, wie viele Beschäftigte aktuell arbeiten, lautet „mobile Arbeit“. Der Gesetzgeber differenziert zwischen diesem – orts­unabhängigen – Arbeiten und der sogenannten „Telearbeit“ an einem festen Arbeits­platz außerhalb des Betriebs. Für beide gelten unter­schiedliche gesetzliche Vorgaben. Fest steht: Vorerst bis zum 30. Juni ist für so viele Beschäftigte wie möglich Homeoffice angesagt.

Wie muss das Homeoffice ausgestattet sein?

In der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel wird das Homeoffice als eine Form des mobilen Arbeitens und nicht als sogenannter Tele­arbeits­platz definiert. Daher gelten nicht alle Vorgaben der Arbeits­stätten­verordnung, was die Pflichten der Arbeit­gebenden angeht. Grundsätzlich sollten Unternehmen mit ihren Beschäftigten über deren jeweilige Situation und ihre Bedürfnisse sprechen. Besonders das Thema Ergonomie ist dabei wichtig. Wissen Sie beispiels­weise, wie groß der Abstand zwischen Augen und Monitor sein sollte, damit Beschäftigte ermüdungs­frei arbeiten können? Er sollte zwischen 50 und 70 Zentimeter betragen. Weitere handfeste Tipps für eine gesunde Arbeits­umgebung im Homeoffice geben ein Überblick im Poster-Format oder unser Video. Viele Ideen, die im Büro für die nötige Bewegung sorgen, sind auch im Homeoffice umzusetzen. Die Arbeit im Homeoffice muss übrigens auch in der Gefährdungsbeurteilung berücksichtigt werden, zu deren Erstellung jedes Unternehmen verpflichtet ist.

Wie sieht es mit dem Versicherungsschutz aus?

„Nach der ständigen und aktuellen Rechtsprechung sind im Homeoffice alle Tätigkeiten versichert, die mit der Handlungs­tendenz ausgeübt werden, dem Unternehmen zu dienen beziehungs­weise die betrieblichen Aufgaben zu erfüllen. Der Versicherungs­schutz gilt ebenfalls für Wege innerhalb des häuslichen Bereichs, wenn sie aus betrieblichen Gründen zurückgelegt werden“, weiß Christine Ramsauer, Expertin Versicherung und Leistungen von der VBG. Wenn aber Beschäftigte während der Mittagspause in die Küche gehen und dort ein Unfall passiert, fällt dies nicht in den Zuständigkeits­bereich der gesetzlichen Unfall­versicherung. Gleiches gilt, wenn Beschäftigte ihre Kinder aus dem Homeoffice in die Betreuung bringen oder sie von dort wieder abholen.

Mit Kind im Homeoffice?

Wer Beschäftigte mit Kindern oder selbst Kinder hat, kennt das Dilemma der aktuellen Doppel­belastung: Die nächste Telefon­konferenz steht bevor, dabei müssen doch noch die Schulaufgaben überprüft werden. Diesen Konflikt so zu bewältigen, dass Job und Homeschooling miteinander zu vereinbaren sind, ist sowohl für Beschäftigte als auch für deren Führungs­kräfte eine große Heraus­forderung „Generell empfiehlt es sich, im Homeoffice die Kinder­betreuung genauso ernsthaft und auch in Abgrenzung zur Arbeit zu organisieren, wie man es bei der Arbeit im Büro oder im Betrieb tun würde. Auch sollte mit dem Arbeitgeber oder der Arbeitgeberin klar abgesprochen werden, dass Arbeits­zeiten auch im Homeoffice eingehalten werden und auch hier Grenzen der Erreichbarkeit bestehen sowie dass selbst­verständlich jede geleistete Arbeitszeit auch erfasst wird“, empfiehlt Kerstin Jürgens, Professorin für Mikro­soziologie an der Universität Kassel. Sie gibt konkrete Tipps zur Organisation des Alltags mit Kindern, die Unternehmerinnen und Unternehmer auch ihren betroffenen Beschäftigten mit auf den Weg geben können.

Wie führen trotz räumlicher und zeitlicher Distanz?

Für Unternehmerinnen und Unternehmer ist es besonders wichtig, die psychische Gesundheit ihrer Beschäftigten auch auf Distanz zu stärken – und selbst gesund zu bleiben. Die Lösung liegt hier in guter Kommunikation und in verlässlichen Strukturen. Im Homeoffice arbeiten Beschäftigte nicht nur an einem anderen Ort, häufig verschieben sich auch ihre Arbeits­zeiten aufgrund anderer Verpflichtungen oder persönlicher Präferenzen. „Für Unternehmen gilt es, die Vorteile der Erreichbarkeit auszuschöpfen und gleichzeitig die belastenden Faktoren für die Betroffenen zu minimieren“, weiß VBG-Arbeits­psychologin Susanne Roscher. Sie gibt fünf konkrete Tipps für die Regelung von Erreichbarkeit im Homeoffice. Auf der anderen Seite findet die Zusammenarbeit in virtuellen Teams so statt, als ob es beim Zusammen­wirken zwischen mehreren Personen keine Distanz geben würde. Wie Führungskräfte diesen Widerspruch lösen können, verraten unsere FAQ.

Und künftig: Präsenzpflicht oder Homeoffice?

Dass die technischen Möglichkeiten der Digitalisierung auch nach dem Abflauen der Pandemie dafür sorgen, dass die tägliche Präsenzpflicht nicht mehr nötig ist, davon ist der Düsseldorfer Homeoffice-Forscher Prof. Dr. Stefan Süß überzeugt. Dennoch spricht er sich für eine ausgewogene Mischung von Büro- und mobiler Arbeit aus. Der Wissenschaftler warnt davor, den Faktor Identitäts­bildung zu unterschätzen. Teilweise wird diese Haltung bereits praktiziert. Obwohl bei der Agentur „Zum goldenen Hirschen“ die Präsenzpflicht komplett abgeschafft wurde, möchten die Beschäftigten gern ins Büro kommen. Beim Soft­ware­unternehmen SAP hat man ähnliche Erfahrungen gemacht und die Frage beantwortet, was Betriebe unternehmen können, um ihre Beschäftigten bei Laune zu halten, wenn plötzlich alles still­steht. Da ist eine breite Palette von Maßnahmen im Angebot: von der Neuorganisation von Meetings bis hin zu Programmen für den Teamgeist.

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