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VBG-Aufsichtsperson Mathias Schäfer
Foto: VBG/Joosep Martinson

Fragen zur PandemieFAQ Coronavirus: Raus aus der Pandemie

Mathias Schäfer ist Aufsichtsperson bei der VBG. Er erklärt, wie er Unternehmen beim Umsetzen der Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie unterstützt.

Ende letzten Jahres verrieten Sie Certo, wie sich die Beratung in Zeiten der Coronavirus-Pandemie verändert hat. Damals sagten Sie, die Mitglieds­unternehmen hatten viele Unsicherheiten im Umgang mit SARS-CoV-2. Es wurden sehr spezifische Fragen beispiels­weise zum Lüften und Homeoffice gestellt. Was hat sich seitdem verändert?
Grundsätzlich hat sich nicht viel geändert. Gehäuft hat sich allerdings die Frage: Was ist mit dem Homeoffice? Durch die Corona­virus-Arbeits­schutz­verordnung gibt es geänderte Vorgaben. Arbeit­gebende müssen Homeoffice anbieten, und die Beschäftigten müssen dies annehmen. Was heißt das eigentlich für die Unternehmen? Welches Thema jetzt natürlich neu dazukommt, ist die Frage nach den Schnelltests: Bin ich verpflichtet, Schnell­tests zu machen?

Was mich ein bisschen überrascht, ist, dass viele Unternehmen außerdem auch mit ganz allgemeinen Fragen anrufen. Ich habe das Gefühl, die Mitglieds­unternehmen nehmen sich jetzt mehr Zeit, um sich um die Themen Arbeits­sicherheit und Gesundheits­schutz zu kümmern. Vielleicht hat die Coronavirus-Pandemie sogar dazu geführt, dass man sich nun intensiver mit Themen wie der Gefährdungs­beurteilung aus­einander­setzt.

Haben Sie den Eindruck, dass viele Unternehmen im Umgang mit SARS-CoV-2 sicherer geworden sind?
Ja, man lernt leider, damit zu leben. Viele Unternehmen haben sich mit den damit einhergehenden Veränderungen beschäftigt. Ich denke, dass primär die Sicherheit der Beschäftigten im Fokus steht. Aber natürlich geht es auch um das eigene wirtschaftliche Interesse. Aktuell ist es einfach nicht möglich, dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einem Büroraum arbeiten; also müssen sich Unternehmen noch stärker um Themen wie Homeoffice kümmern, damit die betrieblichen Prozesse funktionieren.

Wenn wir vor Ort die Unternehmen aufsuchen, fällt uns auf, dass es trotzdem immer noch einige Unsicherheiten gibt. Ein persönlicher Besuch im Rahmen der Prävention ist deshalb für uns fundamental wichtig. Erst dann können wir sehen, welche Maßnahmen die Unternehmen wirklich umsetzen, und anlassbezogen beraten. Da merken wir schon, dass es noch immer Handlungsbedarf gibt.

Die Nachfrage bei der VBG ist nach wie vor riesig. Wir haben auch immer schnell mit entsprechenden Angeboten reagiert. Zu allen unseren Schwer­punkt­branchen und weiteren Themen haben wir Handlungs­hilfen erstellt, Unterstützungen angeboten. Ich denke, wir haben ein gutes Bewusstsein dafür, was die versicherten Unternehmen aktuell brauchen.

Was hat sich in den letzten Monaten auch im Angebot der VBG verändert?
Innerhalb von wenigen Tagen haben wir eine Ergänzung zur Gefährdungs­beurteilung für die Unternehmen zum Thema SARS-CoV-2 erstellt. Ebenso entwickelten wir einen Hygieneplan und Unterweisungs­hilfen. Genau in dieser Schnelligkeit ging es weiter: Wir haben für die Schwer­punkt­branchen und zu weiteren Themen gezielte Handlungs­hilfen entworfen. Und das ist alles bis Juni letzten Jahres passiert und wird ständig aktualisiert. Unsere Seminar­stätten waren zwischen­zeitlich unter einem sehr vorbildlichen Hygiene­konzept wieder geöffnet. Es war uns sehr wichtig, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sehen: Es geht weiter. Und umso wichtiger war es dann auch, irgendwann zu sagen: Die Zahlen erlauben es nicht mehr, wir schließen. Damit setzten wir ein wichtiges Zeichen: Wir gehen vertrauens­voll mit unserem gesetzlichen Auftrag um. Nun ist auch ein Online-Seminarangebot hinzugekommen.

Was natürlich auch neu ist für uns: unser VBG-Podcast „Hör Dich sicher!“. Wenn ich nicht im Homeoffice bin, höre ich ihn auf dem Arbeitsweg. Ich kann mich an einen Podcast mit dem VBG-Experten Christoph Stein und Ruth Heitkamp erinnern: Die neue Arbeits­schutz­verordnung war da, und innerhalb von wenigen Tagen gab es einen Podcast dazu. Damit sind wir am Puls der Zeit. Auch wenn es jetzt leider eben die Coronavirus-Pandemie ist.

Sie erwähnten, dass Sie nicht ausschließlich im Homeoffice tätig sind, sondern Unternehmen auch wieder vor Ort besuchen. Weshalb ist die Tätigkeit im Außendienst so wichtig?
Wir schauen uns aktiv um: Wo sind sogenannte „Coronavirus-Hotspots“? In welchen Unternehmen beziehungsweise Branchen? Unfall­anzeigen sind natürlich auch ein wichtiger Indikator, dass etwas nicht stimmt. Dann fahren wir aktiv in die Unternehmen und schauen uns die Situation genauer an. Welche Coronavirus-Schutz­maßnahmen zählen dort? Wird Homeoffice angeboten? Liegt ein Hygieneplan vor? Wir Aufsichts­personen überwachen, und wir beraten anlass­bezogen dazu. Ich finde, das ist für die Unternehmen eine gute Kombination. Im Prinzip sagen wir: „Liebes Unternehmen, du musst das machen. Hiermit überwache ich dich. Aber wir als VBG haben ein großes Portfolio an Beratungs- und Unter­stützungs­möglichkeiten und können dir helfen.“ Dafür sind die Unternehmen sehr dankbar.

Ich bin froh, dass meine Kolleginnen und Kollegen und ich weiterhin in den Außendienst fahren. Wir sehen es als unsere Aufgabe, im Rahmen der gesetzlichen Unfall­versicherung zu verhindern, dass sich das Coronavirus weiter ausbreitet. Das können wir nur über eine gute Überwachung und vor allem dann eine gute anlassbezogene Beratung. Dazu gehört eben auch, Präsenz zu zeigen. Die Unternehmen sollen wissen, dass die VBG sie als Partner unterstützt.

Welche Maßnahmen werden Sie auch in Zukunft beibehalten?
Unsere Online-Angebote, die Online-Seminare, den Podcast – all das werden wir sicher beibehalten. Ich glaube, besser und schneller können wir die Menschen auch in Zukunft nicht erreichen. Die Beratung hat sich in diesem Sinne verändert, ist digitaler geworden. Aber die Überwachung muss weiterhin im Außen­dienst passieren. Allgemeine Fragen kann ich auf Distanz klären, aber wenn es etwa um den Arbeitsplatz geht oder die Umsetzung von Coronavirus-Schutz­maßnahmen, die kann ich nur persönlich im Unternehmen beantworten.

Aktuell wichtige Fragen und Antworten im Überblick

Müssen Gefährdungsbeurteilungen aktualisiert werden?

Auch Betriebe spielen eine wichtige Rolle bei der Eindämmung von SARS-CoV-2. Entsprechend sollte die Gefährdungs­beurteilung angepasst werden. Bei der Erstellung eigener Konzepte können sich Unternehmen an den Abstands- und Hygiene­regeln, die das Robert Koch-Institut für den öffentlichen Bereich erlassen hat, orientieren.

Welche Masken sind im Unternehmen zu tragen? Wie lange müssen/können sie getragen werden?

Die Arbeitsschutzverordnung schreibt die Verwendung von medizinischen Masken vor. OP-Masken oder FFP2-Masken müssen auch in Büroräumen getragen werden, wenn der Mindest­abstand oder eine begrenzte Raumbelegung nicht eingehalten werden kann. Dazu müssen Unternehmen ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern medizinische Masken zur Verfügung stellen.

Sowohl FFP2-Masken als auch OP-Masken sind Einmalprodukte. Eine mehrfache Nutzung wird aus diesem Grund nicht empfohlen. Je nach körperlicher Belastung sollten Trägerinnen und Träger von FFP2-Masken darauf achten, die Maske regelmäßig für etwa 30 Minuten absetzen zu können. Als Richtwert gelten hierbei dreimal täglich oder alle 75 Minuten.

Welche Antigen-Schnelltests gibt es? Was muss bei der Teststrategie beachtet werden?

Aktuell ist es möglich, in zwei verschiedenen Testverfahren eine akute Infektion mit SARS-CoV-2 festzustellen: PCR-Tests sowie Antigentests. Letztere sind als Schnelltests, durch­geführt durch medizinisches Fach­personal, oder Selbst­tests verfügbar. Alle Bürgerinnen und Bürger können einmal pro Woche kostenfrei einen Antigen-Schnelltest beim Hausarzt oder der Hausärztin, bei ausgewählten Apotheken und Testzentren durchführen lassen.

Eine unternehmenseigene Teststrategie kann insbesondere dann sinnvoll sein, wenn nicht ständig alle Hygiene­regeln eingehalten werden können. Auch Beschäftigte, die häufig wechselnde Kontakte haben, etwa im Außendienst, zählen zur besonders gefährdeten Gruppe. Bevor ein Unternehmen eigen­ständig die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter testet, sollten die Schulung des Test­personals, die Verfügbarkeit von Testräumen und der Umgang mit positiven Test­ergebnissen berücksichtigt werden. Auf der VBG-Website finden Sie weitere Informationen.

Kann eine Coronavirus-Infektion ein Arbeitsunfall sein?

Bei einer Infektion mit SARS-CoV-2 handelt es sich um einen Arbeitsunfall, wenn nach­gewiesen werden kann, dass die Infektion durch eine Mitarbeiterin oder einen Mitarbeiter übertragen wurde; die sogenannte Index­person. Ausführliche Informationen finden Sie hier (Abschnitt „Versicherung“).

Homeoffice: Was ist der Unterschied zwischen einem Telearbeitsplatz und mobilem Arbeiten?

In beiden Fällen verrichten die Beschäftigten ihre Arbeit außerhalb des Unter­nehmens­gebäudes. Während beim mobilen Arbeiten die Arbeit an verschiedenen Orten ausgeübt wird, ist ein Tele­arbeits­platz ein fest eingerichteter Bildschirm­arbeits­platz. Im aktuellen Fall der Coronavirus-Pandemie arbeiten die Beschäftigten zwar zu einem Großteil der Zeit im Homeoffice. Da es sich aber immer noch um einen beschränkten Zeitraum handelt, spricht man hierbei von mobiler Arbeit.

Alle FAQs zum Coronavirus SARS-CoV-2 finden Sie hier.

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