Zur Startseite
Zur VBG Startseite
Logo Certo
Frage/Antwort
Foto: alamy

FAQUmsetzung der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung

Damit Unternehmen ihre Arbeit im Rahmen der von der Bundesregierung beschlossenen Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus so gut wie möglich verrichten können, hat das Kabinett Ende Januar 2021 die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung beschlossen. Darin sind zusätzliche Maßnahmen geregelt, um den Gesundheitsschutz der Beschäftigten während der Pandemie zu gewährleisten. Die bereits im Jahr 2020 beschlossenen Vorgaben des SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandards und der konkretisierenden Arbeitsschutzregel gelten weiterhin. Die darin formulierten Anforderungen sind für alle Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber und ihre Beschäftigten verbindlich. Fragen gibt es dazu viele – hier unsere Antworten.

Welche wesentlichen Themen sind für Unternehmen jetzt wichtig?

Bei der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung handelt es sich um eine zeitlich befristete Maßnahme. Sie gilt zunächst bis zum 30. April 2021. Grundsätzlich umfasst sie vier verpflichtende Regeln für Unternehmen:

  • Mitarbeitende mit Büroarbeit oder vergleichbaren Tätigkeiten müssen die Möglichkeit erhalten, vom Homeoffice aus zu arbeiten, sofern dies umsetzbar ist und keine zwingenden betrieblichen Gründe für die Anwesenheit vor Ort vorliegen.
  • Betriebsbedingte Zusammenkünfte sind so gut es geht zu vermeiden. Stattdessen sollen digitale Lösungen angewendet werden. Ist das nicht möglich, gelten zusätzliche Schutzmaßnahmen, etwa: Befinden sich mehrere Personen in einem Raum, braucht jede bzw. jeder eine Fläche von mindestens zehn Quadratmetern. Wo das nicht geht, kommen andere Maßnahmen wie Lüftungsmaßnahmen und geeignete Abtrennungen zwischen den anwesenden Personen ins Spiel. Die Gefährdungsbeurteilung muss diesbezüglich aktualisiert oder angepasst werden.
  • Unternehmen mit mehr als zehn Beschäftigten sind dazu angehalten, diese in möglichst kleine und feste Arbeitsgruppen einzuteilen, um betriebsbedingte Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren und eine Kontaktnachverfolgung zu ermöglichen.
  • Wenn die genannten Anforderungen sowie ein Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden können und mit einem erhöhten Aerosolausstoß zu rechnen ist, haben Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber medizinische Gesichtsmasken oder FFP2-Masken zur Verfügung zu stellen.

Was sollten Unternehmen bei der Bereitstellung von Masken beachten?

Die bestehende Gefährdungsbeurteilung steht im Vordergrund und sollte zunächst daraufhin überprüft werden, wie die Sicherheit im Betrieb gewährleistet werden kann. Bei den zur Verfügung gestellten Masken muss es sich um Medizinprodukte gemäß der Medizinprodukterichtlinie 93/42/EWG, also um die bereits bekannten medizinischen Masken oder FFP2-Masken handeln. An den meisten Büroarbeitsplätzen ist eine medizinische Maske ausreichend. Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sind verpflichtet, ihre Beschäftigten im An- und Ablegen der Atemschutzmasken zu unterweisen, um eine Kontamination der Hände oder der Maske zu vermeiden. Von besonderer Bedeutung ist dabei, dass die Maske dicht sitzt, nur an den Bändern angefasst wird und fachgerecht entsorgt wird. Dass insbesondere die FFP2-Masken die Atmung erschweren können, sollte im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung berücksichtigt werden. Wichtig ist außerdem, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter regelmäßige Erholungspausen einlegen.

Was ist rund um das Lüften wichtig?

Wirksamer Infektionsschutz besteht aus Abstand, Hygiene, Alltagsmasken und Lüften. Wenn Beschäftigte atmen, husten, sprechen und niesen, können sie das Coronavirus übertragen. Ein regelmäßiger Austausch der verbrauchten Luft aus dem Innenraum mit frischer Außenluft ist wichtig, um Krankheitserreger zu entfernen. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung hat für die Zeit der SARS-CoV-2-Pandemie eine Empfehlung zum Lüftungsverhalten an Innenraumarbeitsplätzen veröffentlicht, die sowohl über die Möglichkeiten der sogenannten „freien Lüftung“ durch Fenster als auch durch technische Hilfsmittel umsetzt werden können. Dem Bundesumweltamt zufolge könnte das Coronavirus durch Lüftungs- und Klimaanlagen weiterverbreitet werden. Daher gibt es hier besondere Vorgaben.

Was müssen Unternehmen über Coronavirus-Schnelltests wissen?

Mit den Schnelltests sind viele Fragen bezüglich der Organisation und Durchführung verbunden. Antigen-Schnelltests können von medizinischem Personal oder geschultem Personal durchgeführt werden, Schutzkleidung ist erforderlich. Weiter kommen Antigen-Schnelltests zur Eigenanwendung in Betracht. Unternehmen, die vorhaben, Schnelltests einzusetzen, sollten unter Beteiligung des Betriebsarztes oder der Betriebsärztin ein Testkonzept erstellen. Dieses sollte klar regeln, wer wann getestet wird. Vorsicht: Schnelltests können falsche Resultate liefern. Wer positiv getestet wurde, muss sich in Isolation begeben, bis ein umfangreicherer Labortest die Diagnose bestätigt oder nicht.

Wie ist die arbeitsmedizinische Vorsorge zu regeln?

Für die mobile Arbeit im vorübergehenden Homeoffice bietet die VBG umfangreiche Informationen, die Unternehmen bei der Beratung und Unterweisung ihrer Beschäftigten unterstützen – etwa zur Arbeit am PC. Unter dem Hashtag #Homeoffice werden Sie auch auf dem Certo-Portal fündig. Die für den Betrieb im Unternehmen bestehenden Gefährdungsbeurteilungen müssen angepasst werden. In der Gefährdungsbeurteilung sollten auch Faktoren wie das körperliche Aktivitätsniveau sowie die Umgebungsbedingungen berücksichtigt werden, die beispielsweise einen Einfluss darauf haben, wie lange Masken getragen werden können. Beziehen Sie Betriebsärztinnen und -ärzte und die Fachkräfte für Sicherheit so eng wie möglich in Ihre Planungen mit ein.

  • Weiterführende und detailliertere Informationen zum Gesundheits- und Versicherungsschutz sowie zur Arbeitsschutzorganisation rund um das Coronavirus finden Sie in unseren ausführlichen FAQs auf der VBG-Website.
  • Mehr über die neue Arbeitsschutzverordnung finden Sie in der neuen Folge unseres „Hör Dich sicher“-Podcasts. Die VBG-Experten Ruth Heitkamp (Fachärztin für Innere Medizin und Arbeitsmedizin, BV Ludwigsburg) und Christoph Stein (Leitung Arbeitssicherheit, HV Hamburg) fassen die wesentlichen Anforderungen zusammen.
  • Informationen zur Planung, Durchführung und Dokumentation von SARS-CoV-2 Antigen-Schnelltests in Unternehmen finden Sie hier.
  • Die VBG unterstützt ihre Mitgliedsunternehmen mit praktischen Hilfen und Beratung, auf Wunsch auch vor Ort, bei der Umsetzung.
  • Eine schnelle und individuelle Beratung mit den VBG-Präventionsexpertinnen und -experten ermöglicht die VBG ihren Mitgliedsunternehmen.

Veröffentlicht am

Das könnte Sie auch interessieren

Certo durchsuchen...