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Beate Krehling und Gerd Kugler
Foto: VBG/Katrin Binner

Fachkräfte für ArbeitssicherheitPräsenz schafft Vertrauen

Das Arbeitssicherheitsgesetz sieht Fachkräfte für Arbeitssicherheit für Unternehmen jeder Größe und Branche vor. Dabei können speziell qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit dieser Aufgabe betraut und bestellt werden, oder externe Unterstützung wird eingeholt. In der KfW Bankengruppe übt Beate Krehling diese Tätigkeit seit 2013 aus. Gemeinsam mit ihrem Chef Gerd Kugler verrät sie, warum sich eine Fachkraft für Arbeitssicherheit für Unternehmen lohnt.

Die KfW ist die weltweit größte nationale Förder­bank sowie nach Bilanz­summe die dritt­größte Bank Deutschlands. Welche Aspekte des Arbeits­schutzes stehen für Ihr Unternehmen aktuell im Vorder­grund?
Kugler:
Da wir ein Verwaltungsbetrieb sind, arbeiten rund 80 Prozent unserer Beschäftigten ganz klassisch im Büro. Wir sorgen dafür, dass es überall trotz unterschiedlicher Gebäude­situationen für alle sicher ist. Außer­dem beschäftigen wir uns mit den Auswirkungen neuer Büro­konzepte wie etwa Open Space auf die Gesundheit und die Sicherheit. Ein weiteres Augen­merk liegt auf Sonder­bereichen wie Fuhrpark, technischem Gebäude­management oder unserem Rechen­zentrum, wo andere Gefährdungen lauern. Und auf unserer inter­nationalen Geschäfts­tätigkeit: Wir unter­halten Büros in 80 Ländern, etwa auch in Kabul und Mazar-e Sharif. Da bringt die Verantwortung in Sachen Arbeits­sicher­heit und Gesund­heits­schutz andere Heraus­forderungen mit sich.

Frau Krehling, mit welchen Themen beschäftigen Sie sich vornehmlich in Ihrem Arbeits­all­tag?
Krehling:
Im Bürobereich verlieren Beschäftige ja nicht so schnell mal einen Arm. Im Vorder­grund steht da eher der Kranken­stand. Ich bin sehr viel in Sachen Prävention unter­wegs: Dabei sensibilisiere ich für Themen im Bereich Arbeits­sicherheit und Gesund­heits­schutz, berate rund um das Thema Ergonomie, um Muskel-Skelett-Erkrankungen vorzubeugen, und führe Schulungen beispiels­weise für Evakuierungs­helfer durch. Außerdem berate und unter­stütze ich Führungs­kräfte, die Gefährdungs­beurteilungen vor­nehmen, auch mit Fokus auf Menschen, die gehörlos, blind oder nicht ganz so mobil sind. Gemeinsam legen wir Maßnahmen fest, die sicher­stellen, dass etwa auch Roll­stuhl­fahrer aus dem 14. Stock sicher ins Freie kommen, wenn es brennt.

Chemieingenieurin Beate Krehling ist seit Januar 2013 für die KfW tätig. Gerd Kugler leitet das Sicherheitsmanagement der Bank.

Beate Krehling ist Fachkraft für Arbeits­sicherheit bei der KfW. Gerd Kugler leitet das Sicherheits­­management der Bank.

Foto: VBG/Katrin Binner

Welche Vorteile bringt eine interne Fachkraft für Arbeits­sicherheit der KfW?
Kugler:
Die KfW setzt seit mehr als zwei Jahr­zehnten auf eine interne Fach­kraft und personelle Kontinuität. Eine Ansprech­partnerin, die fest im Betrieb verankert ist, kennt das Unter­nehmen, identifiziert sich damit und wird vor allem als Teil des Kollegiums wahr­genommen.

Krehling: Es gibt Dinge, die erleben Sie nur, wenn Sie im Haus unter­wegs sind. Vertrauen lässt sich nur durch kontinuierliche Präsenz aufbauen. Der Vorteil ist, dass man kurze Wege hat und Informationen erhält, die das Priorisieren erleichtern. Ein weiteres Beispiel ist die Gremien­arbeit. Ich weiß, welche Regeln und Formalien ich einhalten muss, um die Personal­vertretung zu beteiligen.

Herr Kugler, Frau Krehling wurde uns als Fachkraft für Arbeits­sicherheit par excellence empfohlen. Worauf führen Sie ihren Erfolg zurück?
Kugler:
Ein Aspekt ist sicherlich die fachliche Kompetenz. Für Frau Krehling gilt, dass sie sich schon langjährig mit Fragen des Arbeits­schutzes befasst. Sie hat einen breiten Blick. Das andere ist das Persönliche, wie sie auftritt, wie sie agiert. Arbeits­sicherheit und Gesundheits­schutz bringen gelegentlich Interessens­unter­schiede mit sich. Frau Krehling kann sich in ihr jeweiliges Gegen­über gut hinein­versetzen und mit Hinweisen aus ihrem Erfahrungs­schatz und Argumenten überzeugen.

Welche Interessens­unterschiede meinen Sie?
Krehling:
Wir haben beispiels­weise eingeführt, all unsere Führungs­kräfte einen halben Tag lang verpflichtend zum Thema Arbeits­schutz zu schulen. Kritische Stimmen fragten da schon, ob der zeitliche Aufwand gerecht­fertigt ist. Mittler­weile haben die Vorteile allerdings alle über­zeugt.

Kugler: Das Thema der Verantwortung und Fürsorge zieht sich durch unser gesamtes Unter­nehmen. Natürlich ist es für eine Firma aufwendig, einen halben Tag lang die Zeit aller Bereichs-, Abteilungs- und Team­leitungen zu beanspruchen. Unser Vorstand hat die Idee von Anfang an mitgetragen. Künftig wollen wir die verpflichtende Schulung durch ein E-Learning-Format ersetzen und mit einem zusätzlichen freiwilligen Präsenz-Element abrunden.

Beate Krehling und Gerd Kugler

Präsenz schafft Vertrauen und reden hilft.

Foto: VBG/Katrin Binner

Frau Krehling, sicherlich ist Ihnen der Aspekt der kontinuierlichen Weiter­bildung sehr wichtig. Wie bleiben Sie immer auf dem aktuellen Stand?
Kugler:
(lacht) Fragen Sie einfach mal Frau Krehling, wie ihre letzte Woche aussah.

Krehling: Ich belege regelmäßig Seminare, besuche Messen und informiere mich über Fach­literatur und diverse Newsletter. Besonders hilft mir auch der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen anderer Arbeitgeber. Hier in Frankfurt treffen sich die Fachkräfte für Arbeits­sicherheit der großen Arbeit­geber zweimal im Jahr, unter­stützt durch die VBG in einem sogenannten Experten­kreis. Dort tauscht man sich aus und sieht, wo die anderen Unternehmen stehen und welche Themen dort gerade aktuell sind.

Die Ausbildung zur Fachkraft für Arbeits­sicherheit wurde weiter­entwickelt und die Ausbildung neu konzipiert. Welche Aspekte halten Sie für den Nachwuchs für besonders wichtig?
Krehling: Das Stichwort ist hier Methoden­kompetenz. Techniken zu erlernen, wie man das komplexe Thema Arbeits­schutz verständlich vermitteln und die Menschen damit erreichen kann, halte ich für genauso wichtig, wie zu wissen, mit welcher Systematik man sich neue Themen erschließen kann. Zum Beispiel: Wie mache ich eine Rechts­recherche? Während meiner Ausbildung vor vielen Jahren wurden wir sehr tief an fachliche Themen heran­geführt. Die neue Ausbildung berücksichtigt den Wandel in der Arbeits­welt und in unserem Berufs­bild.

Neue Ausbildung ab 2022

Wer kann teilnehmen?

  • Ingenieurinnen und Ingenieure
  • Staatliche anerkannte Technikerinnen und Techniker
  • Technikerinnen und Techniker sowie Meisterinnen und Meister mit mindestens zwei Jahren Berufserfahrung

Was ist neu?

  • Fokus auf Kompetenzorientierung
  • Lernen anhand von Handlungssituationen
  • „Sifa-Lernwelt“ als digitale Lernplattform

Wie läuft die Ausbildung ab?
Die knapp zweijährige Ausbildung ist ein Blended-Learning-Angebot:

  • 1. Präsenzlernen in Seminaren
  • 2. Internetbasierte, selbst organisierte Lernzeit
  • 3. Praxisphasen im Betrieb

Wann beginnt die Ausbildung?
Die VBG beginnt Ende 2021 mit zwei Pilotkursen.
Ab Anfang 2022 startet die reguläre Ausbildung.

Wo kann man sich anmelden?
Ab Oktober 2021 können sich Interessierte für die neue Sifa-Ausbildung an allen VBG-Akademien anmelden.

Den neuen Flyer „Ausbildung zur Sifa“ finden Sie hier.

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