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Jürgen Hirsch
Foto: VBG/Simon Hofmann

Ersthelfende im InterviewErste Hilfe im Unternehmen

Die VBG belohnt Personen, die in lebensbedrohlichen Situationen im Betrieb eingriffen und Dritte aus Lebensgefahr retteten, mit einem Geldbetrag in Höhe von 1.000 bis 2.500 Euro. Bei der Online-Verleihung des VBG-Präventionspreises am 8. Januar 2021 wurden zwei von ihnen erstmals eingeladen und gewürdigt. Wir stellen in einer Serie Ersthelfende vor, die beherzt gehandelt und so auch Leben gerettet haben.

Jürgen Hirsch hat richtig gehandelt, als ein Mitarbeiter einer Fremdfirma durch das Flachdach der Firma Gerresheimer Lohr acht Meter in die Tiefe stürzte. Wie er diese brisante Situation erlebte, schildert der 61-Jährige im Kurzinterview.

Ersthelfer Jürgen Hirsch (61) ist seit 1985 bei der Gerresheimer Lohr GmbH tätig – aktuell im Versand und in der Logistik. Dem Verunfallten half er, indem er Hilfe holte.

Foto: VBG/Simon Hofmann

Erzählen Sie uns bitte Ihre Geschichte: Welcher Notfall trat ein, wie konnten Sie Erste Hilfe leisten – und wie geht es der betroffenen Person heute?
Es war der 21. Februar 2020, als ich hinter mir ein Geräusch hörte. Ich drehte mich um und sah jemanden auf dem Boden liegen. Der Kollege einer anderen Firma war aus acht Meter Höhe auf den harten Asphaltboden gestürzt. Da ich als Erster direkt am Unfallort war, habe ich sofort per Funk einen Notruf ins Büro abgesetzt. Dort rief man dann den Notarzt. Als Hilfe kam, musste ich erst mal weg, alles verdauen. Das ging alles so schnell. Soweit ich weiß, geht es der betroffenen Person nach zwei Operationen am Kopf den Umständen entsprechend wieder gut.

Hand aufs Herz: Wussten Sie, was zu tun ist, oder haben Sie instinktiv gehandelt?
Ich bin ausgebildeter Ersthelfer, war früher bei der Feuerwehr tätig. Da weißt du, was du tun musst in solchen Situationen. So verdreht, wie er dalag, nach diesem schweren Sturz, nicht ansprechbar, wusste ich, dass ich nichts ausrichten kann, außer Hilfe zu holen. Es lag ja auch überall Blut. Ich habe also funktioniert. Diesen Anblick musste ich dann auch erst mal verarbeiten.

Welche Reaktionen gab es – über die Anerkennung durch die VBG hinaus –, und wie fühlt man sich als Ersthelfer?
Ganz ehrlich: Mir ist das Ganze eher unangenehm. Die Mutter des Unfallopfers war da, auch seine Lebensgefährtin, sie haben sich bedankt. Im Betrieb waren auch viele neugierig, haben mich gefragt, wie es war. Sicher bin ich sehr froh darüber, geholfen zu haben. Aber man macht es einfach in einer solchen Situation. Man funktioniert.

In Ihrem Unternehmen wollen Sie auch gut gerüstet für den Notfall sein? Dr. Horst Reuchlein, VBG-Experte und Leiter des Fachbereichs „Erste Hilfe“ der DGUV, berichtet im Interview über Notwendiges und Nützliches.

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