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Workshop
Foto: VBG/Marc Wiegelmann

"kommmitmensch"Damit die Botschaft ankommt

Die vorbildlichsten Maßnahmen zur Arbeitssicherheit sind wertlos – wenn sie nicht richtig kommuniziert werden. Im „kommmitmensch“-Workshop erarbeitete die Belegschaft von RHI Magnesita, dem Weltmarktführer im Feuerfestbereich, was man wie verbessern kann.

Mainzlar in Hessen, 8.30 Uhr. Auf dem Areal von RHI Magnesita herrscht Ruhe. Kein Lkw wartet mit brummendem Motor vorm Werkstor, kein Gabelstapler transportiert die feuerfesten Materialien, die hier produziert werden. Wo sonst rund um die Uhr die Anlagen laufen, steht heute alles still: Der Tag gehört der Arbeitssicherheit und Gesundheit.

Im Aufenthaltsraum des Sozialgebäudes pinnen Kristin Hollewedde und Ines Kohl ein Poster an die Tafel. Es ist die Basis für den Workshop, den die beiden Präventions­expertinnen heute bei RHI Magnesita durchführen. Er hat ein klar definiertes Ziel, das VBG-Arbeitspsychologin Ines Kohl insgesamt sechs Mal vor wechselnden Gruppen erklärt: „Wir wollen herausfinden, wie die Infos über Arbeitssicherheit bei Ihnen ankommen, welche Kommunikationswege es gibt und ob diese gut oder weniger gut gewählt sind.“ Dafür haben Kohl und Hollewedde die „kommmitmensch“-Dialoge mitgebracht. Dahinter verbirgt sich ein moderiertes Workshop-Verfahren, um sich über Themen wie Führung, Fehlerkultur oder Kommunikation sinnvoll und ergebnisorientiert auszutauschen. Entwickelt wurde es im Rahmen der Kampagne „kommmitmensch“ der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, die Menschen verbinden und zum Mitmachen anregen will. Ziel des Ganzen: ein höherer Stellenwert von Sicherheit und Gesundheit im Unternehmen.

kommmitmensch-Box
Ein ganzes Workshop-Verfahren in einer Box: Die „kommmitmensch-Dialoge“ liefern das Rüstzeug, um Lösungen zu erarbeiten. Foto: VBG/Marc Wiegelmann

Und? Wie läuft’s?

Stühlerücken, die Plätze im Workshopraum füllen sich. Nach der Begrüßung erläutern die Präventionsexpertinnen, wie man die Kommunikation über Arbeitssicherheit allgemein einordnen kann. Fünf Stufen – von „gleichgültig“ bis hin zu „wertschöpfend“ – umfasst die Skala. Innerhalb dieser Stufen sollen die Teilnehmenden in Kleingruppen Beispiele aus dem Betriebsalltag auf grüne Karten schreiben. „Schichtübergabe“, „Safety Minutes“, „E-Mails“ – durch das gedämpfte Murmeln dringen einzelne Begriffe. Kristin Hollewedde, die VBG-Aufsichtsperson für RHI Magnesita in Mainzlar, sammelt nach und nach die Karten ein. Über jede wird geredet, zuweilen debattiert. Und: Ideen werden zusammengetragen, wie manches in der Praxis besser klappen könnte.

Die entscheidende Basis konstruktiver Gespräche ist die Wertschätzung des Gegenübers.
Ines Kohl, VBG-Arbeitspsychologin

Unverzichtbare Minuten

Häufig tauchen die „Safety Minutes“ auf den Karten auf. „Einmal pro Woche trifft sich die Abteilung und bespricht zum Beispiel unsichere Handlungen, potenzielle Risiken, aber auch Verbesserungsvorschläge“, erklärt ein Teilnehmer. Eine proaktive Maßnahme, die im Werk akzeptiert und geschätzt wird. Das bestätigt Werksleiter Andreas Lynker. „Am Anfang waren diese Minuten manchem unangenehm. Aber seit jeder weiß, dass man unbefangen reden kann und auch gehört wird, ist dieser wöchentliche Termin unverzichtbar geworden.“ Mit Maßnahmen wie diesen gilt RHI Magnesita als Vorbild in puncto Arbeitssicherheit. Auch weil das Thema auf Führungsebene so ernst genommen wird, wie es ist. Den Gesundheitstag nutzen Andreas Lynker und Sicherheitsfachkraft Ulrike Kleinau, um die Belegschaft aktiv in das Thema einzubeziehen – und vor allem ihr Feedback zu erhalten. Nicht von ungefähr trägt er das Motto „Gemeinsam sicher!“. Die Beteiligung und Wertschätzung der Beschäftigten ist laut Arbeitspsychologin Kohl wichtig, um Arbeitssicherheit effektiv zu kommunizieren. Daneben empfiehlt sie klare Kommunikations­wege, regelmäßige Weiterbildungen und Unterweisungen. Aber auch mal ein gemeinsames Mittagessen, bei dem man sich besser kennenlernt.

Workshop
Mit dem Reden übers Reden fördert der „kommmitmensch“-Workshop die Kommunikation im Betrieb. Vor allem, indem man sie zum Thema macht. Foto: VBG/Marc Wiegelmann

Sicherheit lebt von Ideen

Kristin Hollewedde nimmt eine Karte mit dem Wort „E-Mail“ entgegen. Das Kommunikationsmittel kommt nicht bei allen an – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. In der Produktion fehlt oft die Zeit, sich am Gemeinschaftscomputer durch die Infos zu arbeiten. Erreichen dadurch Weisungen die Belegschaft nicht, steigt das Potenzial für Fehler, Zeitverluste oder gar Unfälle. Wie löst man das Problem? Der Teamsprecher könnte die Mails sichten und relevante Themen persönlich übermitteln, lautet ein Vorschlag. Ein anderer Input betrifft das gute alte Schwarze Brett – „hier könnte man doch wichtige E-Mails ausgedruckt aufhängen“, tönt es aus der Runde. Beides gute Ideen, die neben vielen weiteren Rückmeldungen aus dem Team für noch höhere Sicherheit bei RHI Magnesita sorgen werden.

Sie möchten einen solchen Workshop auch in Ihrem Betrieb durchführen? Oder ein anderes Thema der „kommmitmensch“-Dialoge mit Ihrer Belegschaft anpacken? Kein Problem, wir kommen gern zu Ihnen! Unter www.vbg.de/kommmitmensch steht, wie’s geht.

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