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Besuch beim Certo-TestleserDamit jeder alles versteht – dank Leichter Sprache

Barrierefreiheit und Inklusion betreffen auch unsere Sprache: Texte sollen so formuliert sein, dass alle Menschen daran teilhaben können. Das Büro für Leichte Sprache der Lebenshilfe Bremen übersetzt übersetzt Texte in Leichte Sprache. Oliver Pagel arbeitet dort als Textprüfer und stellt sicher, dass die übersetzten Inhalte für alle gut zu lesen sind.

Leichte Sprache

„Leider gibt es viele Texte, die zu schwer zu verstehen sind. Briefe, Bei­­pack­­zettel, Verträge – das alles bereitet mir und vielen anderen Menschen mit geistiger Behinderung Probleme. Darum gibt es die Leichte Sprache. Texte in Leichter Sprache sind einfacher zu lesen als normale Texte. In unserem Büro arbeiten dafür drei Über­setzer. Die haben zum Beispiel Sprach­­wissen­­schaften studiert und wissen, wie man Texte leichter schreibt. Mein Job ist es, die über­­setzten Texte zu prüfen, ob sie gut zu verstehen sind.“

Kompliziertes muss raus

Portrait Oliver Pagel

Oliver Pagel arbeitet als Textprüfer bei der Lebenshilfe Bremen.

Foto: VBG/Oliver Hardt

„Morgens fange ich mit den ersten Texten an, die mein Kollege am Tag zuvor über­setzt hat. Das sind zum Beispiel Magazine wie Certo, aber auch Wahl­­programme oder Web­seiten oder Broschüren von Behörden. Ich lese dann Satz für Satz und schaue, ob die Wörter zu lang sind oder ich die Sätze nicht verstehe. Abkürzungen oder englische Wörter müssen raus oder noch einmal erklärt werden. Wenn ich etwas nicht verstehe, markiere ich die Stelle mit meinem Stift.“

Bis der Kopf qualmt

„Neben dem Text sind immer Abbildungen, die mir helfen, die Absätze zu verstehen. Es ist nämlich anstrengend, so viel auf einmal zu lesen. Ich habe gerade erst einen Text mit über 50 Seiten gelesen. Da musste ich viele Pausen machen. Wenn ich fertig bin mit dem Lesen, gibt es ein Prüf­­gespräch mit dem Über­­setzer, und wir gehen die markierten Stellen noch einmal durch. Gemeinsam schauen wir, wie der Text noch einfacher werden kann. Ein ganzes Projekt kann mehrere Tage oder sogar Wochen dauern. Dann stoßen wir am Ende auch mal an auf die Arbeit.“

Freude am Lesen

„Eigentlich habe ich einen ganz normalen Büro­­job. Ich habe auch einen eigenen Computer. Früher habe ich lange in der Werkstatt Bremen gearbeitet. Da habe ich mit anderen Menschen mit Behinderung zum Beispiel Marmelade verpackt. Das hat zwar auch Spaß gemacht, aber das Büro und das Lesen gefallen mir besser. Ich habe schon in der Schule gerne gelesen. Heute lese ich am liebsten Zeit­schriften. Aber nach Feier­­abend schaue ich mir auch einfach mal gerne einen Film an.“

Und so arbeitet das Büro der Lebenshilfe Bremen: zu Besuch bei den Übersetzern.

Alle Certo-Artikel gibt es in Leichter Sprache auf www.certo-portal.de/leichte-sprache.

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